Zu neuem Leben erweckt

Für 28 000 Euro saniert / Großzerlanger Kirche erstrahlt in alter Schönheit

JÜRGEN RAMMELT

GROSSZERLANG Die Kirchengemeinde Zechliner Land legt großen Wert darauf, dass ihre Kirchen nicht gänzlich verfallen. Ein Beispiel dafür ist das Gotteshaus in Dorf Zechlin, die Mutterkirche des Pfarrsprengels. Um die Kirche zu erhalten und um Geld für notwendige Reparaturen zu sammeln, haben Christen und auch Einwohner aus dem Ort den "Verein zur Rettung der Dorfkirche" gegründet. Durch diese Initiative konnten wichtige Reparaturen erledigt werden, so dass die Dorf Zechliner Kirche sich in einem guten Zustand befindet.

Zeugnisse der Vergangenheit

In einem halbwegs guten Zustand befinden sich die Kirchen in Zechlinerhütte, Kagar, Wallitz, Kleinzerlang und Zempow. Aber Pfarrer Jann Branding, der die Gemeinden Wallitz, Kagar, Dorf Zechlin, Zempow, Zechlinerhütte, Flecken Zechlin, Luhme sowie Groß- und Kleinzerlang betreut, hat noch andere Sorgenkinder: In diesem Zusammenhang verweist der Hirte des Pfarrspengels auf die Kirchen in Flecken Zechlin und in Großzerlang.

Die Kirche in Großzerlang wird nach Ansicht des Kirchenkreises nicht mehr benötigt, was für Jann Branding ein Unding ist. "Kirchen sind Zeugnisse der Vergangenheit, die es zu erhalten gilt", sagt der Pfarrer. Wenn die Kirche zerfällt, leidet darunter auch das kirchliche Leben. Aber bei der allgemeinen Geldknappheit findet Brandings Meinung bei den Kirchenoberen wenig Gehör.

So musste sich die Kirchengemeinde selbst behelfen. 28 000 Euro hat die Reparatur gekostet, die vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde. Dabei wurde der Turm komplett saniert. Vor allem das Dach und die Verkleidung mussten erneuert werden. Auch die eiserne Wetterfahne wurde bei der Gelegenheit abgestrahlt und neu verzinkt. Selbst die Glocke von 1736 hängt wieder sicher im Gebälk. Außerdem wurden auf der Vorderseite des Gotteshauses Putzarbeiten durchgeführt, sodass die Kirche innen wie außen wieder vernünftig aussieht.

Gern hätte Branding noch mehr machen lassen. Aber der Pfarrer ist schon froh, dass die Arbeiten kostengünstiger ausgefallen sind als ursprünglich angenommen. Anstelle der veranschlagten 33 000 Euro, waren es am Ende 5000 Euro weniger, die die Kirchengemeinde für die Reparatur bezahlen musste. "Besondern froh bin ich, dass die Großzerlanger Gemeinde 6000 Euro beigesteuert hat", freut sich der Pfarrer. 22 000 Euro musste dennoch die Kirchengemeinde Zechliner Land aufbringen.

Das ganz Dorf hat mitgemacht

Froh über die gelungene Sanierung ist auch Großzerlangs Ortsbürgermeisterin Annegret Schwab. Sie und die Einwohner ihres Ortes wollten, dass die Kirche erhalten bleibt. Deshalb gab es auch eine breite Initiatiative, um Geld für die Reparatur zu beschaffen. Neben einigen großzügigen Spenden, für die sich die Bürgermeisterin nochmals bedanken möchte, hatte Schwab mehrere Benefizveranstaltungen zu Gunsten der Kirchensanierung organisiert (die MAZ Berichtete).

"An der Vorbereitung dieser Veranstaltungen haben viele Leute aus dem Dorf mitgewirkt", berichtet Schwab. So haben die Frauen Kuchen gebacken, der an die Gäste verkauft wurde. Und selbst die Musikgruppen haben auf eine Gage verzichtet.

Märkische Allgemeine vom 29. Juni 2007

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