Freud und Leid in 240 Jahren

Am Sonntag war großes Kirchweihfest in Marwitz

ROBERT TIESLER

MARWITZ "An so einem heißen Tag sehnt man sich nach der kühlen Luft in der Kirche", sagte der Pfarrer von Marwitz am Sonntagnachmittag angesichts der Hitze draußen. Die Gemeinde hatte sich versammelt, um zu feiern: den Geburtstag der Kirche. Vor 240 Jahren, am 27. Juli 1767, wurde sie eingeweiht. "Wenn auch der Kern des Gebäudes älter ist, so geht doch das heutige Erscheinungsbild im Großen und Ganzen auf die Baumaßnahmen von 1767 zurück", so Johannes Wildner.

Das Kirchweihfest wurde mit einem Gottesdienst eröffnet. Johannes Wildner hatte sich dazu einen Gast eingeladen: Pfarrer Eckhart Schaade war extra für die Feier aus Hamburg nach Marwitz gekommen. Sein Vater war von 1943 bis 1951 in Marwitz Pfarrer. "Ich kann mich noch bewusst an die Jahre hier erinnern", so Eckhart Schaade. "Ich fühle mich mit dem Ort noch immer sehr verbunden, viele Erinnerungen aus der Kindheit werden wach."

240 Jahre. Das ist eine lange Zeit. Johannes Wildner und Eckhart Schaade erinnerten daran, was die Kirche in dieser Zeit alles erlebt hat: "Den Anfang des Lebens, Taufen, dass Kinder auf die Welt gekommen sind, Ehepaare, die eingesegnet wurden. Aber auch Menschen, die traurig waren in schlechter Zeit, die geklagt und ihr Herz ausgeschüttet haben, aber ganz bestimmt erleichtert wieder nach Hause gingen."

Johannes Wildner wies auch darauf hin, dass die Marwitzer Kirche ein Kind habe: "Die Tochterkirche steht in Velten." Marwitz sei zur damaligen Zeit größer gewesen als der Nachbarort.

Wildner, seit April 2006 in Marwitz als Pfarrer im Entsendungsdienst, fühlt sich recht wohl: "Die Gottesdienste hier sind immer sehr schön. Die Gemeinde lebt! Bei der Planung des Festes habe ich sofort Hilfe bekommen." So zimmerte der Marwitzer Peter Kurz ein kleines Modell der Kirche.

Immer wieder wurde deutlich, wie stolz die Marwitzer über ihr Gotteshaus sind. "Das Gebäude ist immer gut gepflegt", sagte Christel Matysiak. Nach dem Gottesdienst wurde bei Kaffee und Kuchen weitergefeiert.

Märkische Allgemeine vom 17. Juli 2007

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