Spendenaktion geht weiter / Nur dringende Reparaturen werden gemacht

Ogrosener wollen ihre Kirche im Dorf behalten

Ogrosen. Das Dorf sucht 250 000 Menschen so viele wären nötig, um die Sanierung der Dorfkirche voranzutreiben, wenn jeder einen Euro spenden würde.

Die von einer Initiativgruppe im Februar 2006 ins Leben gerufene Aktion habe Spenden in Höhe von über 37 000 Euro eingebracht, doch dies sei zu wenig, um die dringendsten Reparaturen anzugehen, so die Ogrosener.

Die Kirche aus dem 15. Jahrhundert, seit 1986 unter Denkmalschutz stehend, macht von außen gesehen keinen schlechten Eindruck. Eingerahmt von zwei ebenso alten wie mächtige Linden strahlen der weiße Turm und das hellrote Dach im Sonnenlicht. Doch es kriselt mächtig im Gebälk: Das Glockengestühl ist so morsch, dass man sich kaum noch die Glocken zu läuten wagt. Schwamm und Würmer haben in Jahrhunderten ganze Arbeit verrichtet. Auch das Dach muss noch einmal bis auf 3,60 Meter ausgebessert werden, um die Holzkonstruktion zu sanieren. Dem Kirchenschiff ist ebenfalls den Zahn der Zeit anzusehen, denn überall löst sich der Putz von Wänden und Decke.

Die Ogrosener lieben ihre Kirche, sie ist ein Stück angestammte Heimat für die einen und neu gewonnene Heimat für die schlesischen Kriegsumsiedler und die Kohledevastierten. Gerade die älteren Einwohner wünschen sich, dass es mit der Sanierung endlich voran ginge. Mädchen beeil dich! , lautet daher immer häufiger die Bitte an die Initiativgruppe um Christel Paulick. "Wir wollen es noch erleben, dass unsere Kirche wieder schön aussieht", sagen viele Ogrosener.

Gläubige und Nichtgläubige haben sich zusammengetan, nicht nur um die Kirche zu sanieren, sondern auch um Gemeinschaft zu leben. Der dörfliche Zusammenhalt ist es, der die Menschen etwas bewirken lässt. Mancher hat anlässlich seines 50. oder anderen runden Geburtstages anstatt Geschenken Geld für die Kirche erbeten, so mancher hat Sachspenden eingebracht. Darunter war auch ein Schwein, das zu Geld gemacht wurde. Ein wenig mehr Unterstützung wünschen sich die Ogrosener von der evangelischen Kirche. "Wir wollen nicht auch noch sonntags zum Gottesdienst in die Stadt fahren, wir wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt!", betonen sie.

Der Tag des offenen Denkmals hat wieder einen Motivationsschub gebracht, wohl auch, weil der Altdöberner Pfarrer Stephan Magirius am Sonntag seinen ersten Gottesdienst in der Kirche abhielt.

Am Nachmittag fand ein gut besuchtes Konzert mit dem Berliner Gitarrenduo Thomas Heyn und Karin Leo statt.

Das Spendenkonto der Kirche Ogrosen: Evangelischer Kirchenkreisverband NL, Konto-Nr.: 1544444014, BLZ: 35060190 bei der KD Bank Duisburg, Verwendungszweck: RT 1013 - Sanierung Kirche Ogrosen.

Lausitzer Rundschau vom 11. September 2007

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