Das Ende einer Epoche

25 Jahre hat die Sanierung der Stadtkirche gedauert jetzt wird gefeiert

FÜRSTENBERG Nach mehr als 40 Jahren wird Christof Grüger am Sonnabend einem seiner vielen Kunstwerke und den Menschen, für die es zu einem der schönsten Geschenke wurde, gegenübertreten: dem Batikbehang im Altarraum der Fürstenberger Kirche. Der mittlerweile 80-jährige Grüger eröffnet mit einem Vortrag über sein Lebenswerk am Samstagabend (19.30 Uhr) den Festreigen anlässlich der nach 25 Jahren zu Ende gehenden Sanierungsepoche im Fürstenberger Gotteshaus.

Pastor Thomas Juergensohn könnte nicht auswählen, welches der vielen Einzelprojekte ihm mehr am Herzen gelegen haben. Dafür seien sie alle zu wichtig gewesen. Aber die Erneuerung der Kirchenfenster (in vier Etappen) und die erst in diesem Jahr erfolgte Reparatur des Batikbehangs, europaweit einer der größten, gehörten auf jeden Fall dazu.

"Ein solches Werk zu Ende zu bringen, ist ein Höhepunkt im Leben einer Kirchengemeinde", verweist Juergensohn auf die Bedeutung des Kapitels Stadtkirchen-Sanierung, die schon zu DDR-Zeiten unter schwierigen Bedingungen begonnen hat, und zuletzt mit Unterstützung eines eigens gegründeten Kirchbau-Vereins fortgeführt wurde.

Ein wirkliches Ende werden die Arbeiten an einem so großen Sakral-Bau wohl nie finden. Und dem Pastor fallen auch sofort weitere Dinge ein, die in den nächsten Jahren noch zu schaffen wären. Etwa die Registererweiterung der Orgel. Aber fürs Erste sind Innenraum, Außenfassade, Turm, Dach und andere Blickpunkte der Kirche in einem einwandfreien Zustand.

Zum Vergleich hat Pastor Juergensohn ein Bild vom Kirchturm aus dem Archiv gezogen, auf dem die lückenhafte Fassade einen Eindruck davon vermittelt, wie schlimm es einst um die Substanz bestellt war. Wer heute durch die Seitentür zur Kirche hereinkommt, der kann die frische Farbe noch riechen, die gerade erst an den Türen getrocknet ist. Am Altarraum steht die neue Kirchenfahne mit einem lila Kreuz auf weißem Grund, die die Gemeinde extra für den Feiertag am Sonntag angeschafft hat. Um 14 Uhr beginnt in der Kirche der Festgottesdienst, die Predigt hält die Landessuperintendentin von Mecklenburg-Vorpommern, Christiane Körner.

Zu einem Empfang (15.30 Uhr) hat die Gemeinde alle Helfer, Unterstützer und Weggefährten eingeladen, die in den vergangenen Jahren an der Sanierung der Stadtkirche beteiligt waren. Ausdrücklich ergeht die Einladung aber auch an alle Fürstenberger, Gemeindeglieder und Interessenten. Bei einem Konzert um 17.45 Uhr erklingt die überholte Sauer-Orgel. Danach wird zum Festmahl mit Spanferkel, Wildgulasch und Umtrunk geladen.

Märkische Allgemeine vom 27. September 2007

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