Ganz nah am Originalton

Festlicher Erntedankgottesdienst mit einem Konzert auf der restaurierten Orgel in der Dorfkirche Bochow

ANIKA SCHOLLBACH

BOCHOW Zwar eine Woche später als zunächst geplant, dann aber doch in aller Form erklang am vergangenen Sonntag in der Dorfkirche Bochow während des Erntedankgottesdienstes erstmals die restaurierte Schuke-Orgel. Seit Ende August hatten Mitarbeiter der Orgelbaufirma Karl Schuke das Instrument auseinandergenommen, gereinigt und Stück für Stück aufgearbeitet. Das pneumatische Werk ist eines der wenigen erhalten gebliebenen im Land.

Erbaut wurde die Orgel 1912 von Alexander Schuke, Potsdam. Die letzte behelfsmäßige Reparatur fand vor 20 Jahren statt. Ein Großteil der nach dem Ersten Weltkrieg eingebauten Zinkpfeifen wurden nun wieder durch Zinnpfeifen ersetzt. Damit ist für die Orgel weitestgehend die originale Spielbarkeit wieder hergestellt und die schon hörbaren Ausfälle einiger Töne behoben.

Möglich geworden ist die Restauration durch die großzügige Unterstützung der Oehnaland Agrargesellschaft sowie mit Hilfe der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, der Gemeinde Niedergörsdorf, des Landfrauenvereins Bochow, der Kirchengemeinde Bochow sowie der vielen ehrenamtlichen Helfer aus dem Ort selbst, die sich bei der gezielten Mittelwerbung und den seit vier Jahren veranstalteten Benefizkonzerten engagierten. Damit dies in der Gemeinde unvergessen und Ansporn bleibt, wurde eine Tafel mit den Namen der Förderer im Eingangsbereich der Kirche angebracht. Kleine Geschenke wurden überreicht. Worte des Dankes, der Anerkennung und Information fanden unter anderem Pfarrer Michael Heimann, ein Vertreter der Orgelbaufirma sowie Superintendent Matthias Fichtmüller. Die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes sowie die anschließende Orgeleinweihung übernahm Kantor Peter-Michael Seifried, der bereits zuvor mehrfach hier gespielt hatte. Begleitet wurde er von dem Trompeter Masaru Gushi aus Berlin. In der gewohnt begeisternden Art und Weise lud Peter-Michael Seifried schließlich alle Besucher auf die Orgelempore ein, um das Instrument und das Spiel aus nächster Nähe vorzuführen. Wie den Gesprächen zu entnehmen war, freut sich die Kirchengemeinde sehr über diesen weiteren Erfolg beim Erhalt der Kirche und hofft, dass die Orgel auch die nächsten hundert Jahre "bei guter Gesundheit" Dienst tun wird.

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Märkische Allgemeine vom 09. Oktober 2007

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