Ein Stück des Paradieses

Superintendent Uwe Simon nimmt restaurierten Altar in Dollgow in Dienst

DOLLGOW - Mit einem festlichen Gottesdienst ist gestern Nachmittag der restaurierte Altar in der Kirche zu Dollgow wiedereingeweiht worden.

Kaum ein Platz im kleinen Gotteshaus des Ortsteils von Stechlin bleibt leer. Das Interesse an der Inbesitznahme des restaurierten Hochaltars ist enorm. In den Bankreihen überwiegend Einwohner aus dem Ort, Mitglieder der Kirchengemeinde. Aber auch Neugierige aus den Nachbargemeinden, aus Neuglobsow und Menz hatten sich auf den Weg gemacht, um das Schmuckstück in Augenschein zu nehmen.

Unter den Gästen auch die Restauratoren Martina Klingner, Ute Gimajew und Jochen Hochsieder. Das Dreiergespann hatte in den vergangenen zehn Jahren aber nicht nur den Altar erneuert, sondern auch filigrane Arbeit an anderen Bereichen in der Kirche geleistet. Zudem waren der Einladung auch Vertreter jener Institutionen gefolgt, die die Arbeit der Restauratoren mit großzügigen Spenden erst möglich gemacht hatten, etwa Petra Kerl, Leiterin der Gransee Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam. Zu den wichtigsten Geldgebern aber zählten die vielen Mitglieder der Kirchengemeinde und die Einwohner. Sie hätten, so Gemeindekirchenrat Bernd Köhler, in den vergangenen Jahren zigtausend Euro an Spenden zusammengetragen. 20000 Euro hatte die Kirchengemeinde für die Restaurierung des Hochaltars zur Verfügung. 5000 Euro gab die weltliche Gemeinde, den Rest brachten Landeskirche, Kirchenkreis und Sparkasse auf.

Pünktlich um 16 Uhr signalisiert das Glockenspiel, dass der Festgottesdienst begonnen hat. Das Kirchenschiff liegt im Halbdunkel, Kerzen flackern vor dem Altar, auf dem Adventskranz und an den Wänden, Orgelmusik erfüllt den Raum mit festlichem Klang. "Er erstrahlt in alter Schönheit. Ich strahle", sagt Pfarrer Matthias Wolf zur Begrüßung. Uwe Simon, Superintendent des Kirchenkreises Templin-Gransee, gebührt anschließend die Ehre, Kanzel und Altar wieder in den Dienst zu nehmen. "Der Altar wird geheiligt durch das, was die Menschen hier tun", sagt Simon.

Mit Kreuz, Kerzen, und Blumen schmücken schließlich die Kirchenältesten Monika Degebrodt, Frank Stege und Bernd Köhler den Altar. Und Pfarrerin Beate Wolf würdigt, dass jeder Cent sinnvoll ausgegeben worden sei. "Der Altar erfreut Herzen und Sinne, er öffnet das Tor zum Paradies", sagt Beate Wolf. Von Herzen danke sie allen, die zum Erfolg beigetragen haben. In erster Linie aber gebühre ihr Dank Bernd Köhler. Er sei es gewesen, der mit seinen ganz persönlichen Visionen und seiner Energie die Restaurierung der Dollgower Kirche immer wieder aufs Neue angeschoben habe.

Vor zehn Jahren, so Bernd Köhler, hätte wohl kaum einer daran geglaubt, dass die Kirche schon nach nur zehn Jahren wieder in altem Glanz erstrahlen werde. So konnten der Turm gerettet, das Dach neu eingedeckt und die Außenhülle verputzt werden. Ein Traum, der einzig deshalb wahr geworden sei, weil von Beginn an viele Mitstreiter gewonnen werden konnten. Ein großes Dankeschön geht an die Restauratorengemeinschaft um Jochen Hochsieder, die schließlich nach langer und gründlicher Vorbereitung im Sommer mit der Rettung des Hochaltars begonnen hatte. (Von Karsten Lewerenz)

Märkische Allgemeine vom 03. Dezember 2007

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