Zu Ostern kunstvolle Chor-Fenster

Von Ines Rath

Zu Ostern kunstvolle Chor-Fenster 

Niederjesar (MOZ) Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat die Niederjesarer Kirche im Februar zur "Kirche des Monats" erklärt. Damit wird die Leistung von Kirchengemeinde, Förderverein und Kommune zum Wiederaufbau gewürdigt. Die Gestaltung der Kirche geht jetzt weiter.

"Die Wunden sind nicht versteckt. Eine interessante Synthese aus Alt und Neu wurde für die Kirche von Niederjesar gefunden. Sie ist unsere Dorfkirche des Monats." So steht es auf der Internetseite des Förderkreises Alte Kirchen. "Mitglieder des Förderkreises haben den Wiederaufbau unserer Kirche mit Interesse begleitet", weiß der für Niederjesar zuständige Mallnower Pfarrer Martin Müller.

Er freut sich, ebenso wie der Vorsitzende des Vereins zum Wiederaufbau und zur Förderung der Kirche Niederjesar, Gunter Pröhl, über die Anerkennung. "Auf Vermittlung des Förderkreises kommen manchmal ganze Busladungen kulturhistorisch Interessierter aus ganz Deutschland, um sich unsere Kirche anzusehen", sagt Pröhl. Er gehörte am 27. Dezember 1997 zu den Gründern des Vereins. Heute hat der Verein etwa 30 Mitglieder.

"Wir wollten von Anfang an keinen originalgetreuen Wiederaufbau des ehemaligen Kirchenraumes, sondern eine Aufteilung, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht", erinnert sich Martin Müller. So entstanden unter dem modernen, hölzernen Flachdach über dem "Lichtband" aus Glas ein separater (beheizbarer) Chorraum, der Kirchenraum und ein durch Glastüren abgetrennter Gruppenraum unter der Empore.

Möglich wurde der Wiederaufbau nur, weil Kirchengemeinde, Förderverein und die Kommune Hand in Hand gearbeitet haben. Und das nicht nur zur Finanzierung. "Die Kommune hat uns auch die ehemalige Trauerhalle neben der Kirche zur Verfügung gestellt, wo Toiletten und eine Teeküche eingebaut werden konnten. Was ja für Veranstaltungen wichtig ist", betont Müller.

Der Nutzungsvertrag zwischen Kirchengemeinde und Kommune könnte nach Meinung des Pfarrers zwar "von Seiten der Gemeinde mehr mit Leben erfüllt werden". Dennoch ist die Niederjesarer Kirche nicht nur für die Christen aus dem gesamten ehemaligen Mallnower Pfarrsprengel das geistig-kulturelle Zentrum, sondern auch für viele andere Bürger aus Niederjesar und Umgebung. Sie genießen die musikalischen Angebote, vom Chorkonzert bis zur Adventsmusik, die Ausstellungen und Sommerfeste der Kirchengemeinde. Ein Höhepunkt war im Vorjahr erstmals die "Nacht der offenen Kirche" zu Pfingsten.

Jetzt schlagen Förderverein und Kirchengemeinde ein neues Kapitel bei der Gestaltung der Kirche auf: Mit neuen, kunstvollen und farbenfrohen Fenstern. "Wir hatten einen Wettbewerb zur Gestaltung der Fenster ausgelobt. Den Zuschlag erhielt Tobias Kammerer für seine Entwürfe mit abstrakter Malerei auf mehrschichtigem Glas", erklärt Martin Müller. Vor Ostern sollen die ersten fünf Fenster, die neo-romanischen Chorfenster, eingebaut werden. "Für die anderen müssen wir erst noch Spenden sammeln", betont Gunter Pröhl. Er freut sich zunächst auf das Konzert des Frankfurter Extra-Chores anlässlich des zehn-jährigen Bestehens des Fördervereins am 9. März, um 16 Uhr.

Spendenkonto des Fördervereins: SPK MOL, BLZ 170 540 40, Konto Nr. 30 00 13 22 27.

Märkische Oderzeitung vom 08. Februar 2008

   Zur Artikelübersicht