230 000 Euro sind sicher / Sanierung am Kolochauer Gotteshaus hat gestern begonnen

Eine Begegnungskirche soll es werden

Jetzt sind alle Hürden überwunden – zumindest die für den ersten Bauabschnitt. Drei sollen es insgesamt werden. 295 000 Euro soll die Gesamtbaumaßnahme kosten, 230 000 Euro stehen erst einmal zur Verfügung. Ziel des Projektes ist eine Begegnungskirche, die über das gesamte Jahr hinweg nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für thematische Treffen, Konzerte, Lesungen und dergleichen mehr zur Verfügung steht. Und dazu sind auch umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich.

Frank Henschel steht für die Spendensammlung zur Sanierung der Forster Stadtkirche 
Gestern begann mit dem Aufstellen der Rüstung durch die Firma Lehmann die Vorbereitungen zur Sanierung der Kolochauer Kirche.
Foto: Gabi Zahn

Die Bänke wurden schon vor Tagen aus der Kirche geräumt und anderes Inventar für die Zeit der Rekonstruktion zum Teil umbaut. Nachdem gestern außen und innen der zunächst zu sanierende Teil des Gebäudes eingerüstet werden konnte, haben die Bauarbeiter und auch der Restaurator Ralph Schirrwagen ab sofort freie Hand. «Als erstes geht es darum, einen Teil der Balkenverkleidung und der Decke zu öffnen und zu schauen, wie es darunter aussieht» , zeigt Schirrwagen auf. Vorgesehen ist, die Decke, wieder balkensichtig herzurichten – so wie es ursprünglich einmal war. Auch Untersuchungen am Traufbereich sind notwendig. «Von der letzten Sanierung her ist bekannt, dass es oben noch Befunde geben soll. Das können mittelalterliche Fugen, aber auch Farbbefunde sein. Hier gilt es überall Stichproben zu machen» , erklärt der Restaurator. Eine Raumuntersuchung im Inneren soll letztendlich die Grundlage für das Gesamtkonzept der Farbgestaltung geben. Auch eine neue Aufhängung für den wertvollen Taufengel muss bedacht werden. Dieser wurde bereits zur Restaurierung ausgelagert. Ohne Zweifel setzen alle diese Details eine enge Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde voraus.

Die Idee, den ursprünglich im 13. Jahrhundert errichteten Feldsteinquaderbau in eine Begegnungskirche umzuwandeln und sie auch ganzjährig nutzen zu können, gab letztlich den Ausschlag für die Bewilligung der Fördermittel. Um dieses Ziel realisieren zu können, soll zwischen den Emporen eine Glasdecke eingezogen und auch zum übrigen Kirchenschiff eine gläserne beheizbare Abtrennung geschaffen werden, wie Thomas Kuhn, der beauftragte Architekt aus Luckau, erläutert. Außerdem sind Sanitäranlagen und eine kleine Küche geplant.

Pfarrerin Petra Lehner ist froh, dass auch die Kolochauer Gemeindevertreter hinter dem Projekt stehen, wenngleich sie weiß, dass aus dem Gemeindehaushalt wohl kein Euro in die Sanierung fließen wird. «Die Auflagen unseres Haushaltssicherungskonzeptes lassen das nicht zu» , so Bürgermeister Reinhard Claus. Doch haben die Kolochauer andere Ideen, wie sie helfen können: «Wir feiern gern in Kolochau, und in diesem Jahr zum Beispiel die 50-jährige Teichfahr-Tradition. Da lassen wir uns sicher etwas zugunsten der Kirchensanierung einfallen» , bekundet er. Und Reinhard Claus weiß auch, dass die Einwohner, die bei der Instandsetzung des Herrenhauses mit Hand anlegten, ebenfalls bereit zur Unterstützung sind, wenn es entsprechende Arbeitsabschnitte gibt.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch daran gedacht ist, dass die wertvollen Kolochauer Tafeln, die schon vor vielen Jahren ausgelagert wurden, nach Abschluss der Maßnahme in der Kirche wieder ihren Platz finden sollen. Auch diese gilt es noch fachgerecht zu restaurieren.

Lausitzer Rundschau vom 08. Februar 2008

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