Bis Juni soll Klarheit herrschen

Konzept für die Sanierung des Hauptschiffes der St.-Marien-Andreas-Kirche in der Endphase

RATHENOW - Genau 1693 Dachsteine zu zehn Euro das Stück hat der Förderkreis zum Wiederaufbau der St.-Marien-Andreas-Kirche bis gestern an freiwillige Spender verkauft. Man weiß: Die Sanierung des Hauptschiffes der Kirche steht unmittelbar bevor. In einem Gespräch mit dieser Zeitung hat Pfarrer Andreas Buchholz darüber berichtet, welche Arbeiten vorgesehen sind und wie weit die Finanzfragen beantwortet werden konnten. Es gibt drei große Teilbereiche. 2009 sollen das Dach und die Gewölbe des Hauptschiffes gemacht werden. 2010 kommt die Fassade dran.

Dach und Gewölbe werden gleichzeitig erneuert, weil das vom Bauablauf her Sinn hat. Wie Pfarrer Buchholz sagt, soll der Dachstuhl "ertüchtigt" werden. Es könnte sein, dass Dachsparren hinzugefügt werden, dass Querhölzer dazu kommen oder dass es eine Kombination von beidem gibt. Alle Fragen dieser Art sollen in den kommenden Monaten geklärt werden. Die Architekten haben verschiedene Varianten entwickelt, und die Statiker rechnen nun durch, was wie funktioniert und welche Kosten entstehen. "Es ist unser Ziel", sagt Andreas Buchholz, "bis Juni völlige Klarheit zu haben." Es sei vorgesehen, das Dach mit 22 Millimeter starken Ziegeln vom Typ Biberschwanz zu decken.

Ein erklärter Wunsch der Rathenower ist es, im Zuge der Dachsanierung wieder wie früher vier Gewölbe ins Hauptschiff einzubauen. Die alten Gewölbe wurden beim Brand der Kirche 1945 zerstört. In den Seitenschiffen blieben die Gewölbe weitgehend erhalten, und schon aus Gründen der Statik wäre es richtig, im Hauptschiff wieder Gewölbe zu haben, damit sich die Wände wie früher im Gleichgewicht befinden. Doch sieht die Innenansicht der Kirche natürlich nur mit Gewölben wieder so aus, wie es sich gehört. Derzeit wird das Hauptschiff nach oben durch "Sauerkrautplatten" abgeschlossen.

Seit dem 30. Januar liegt auch eine genaue Analyse vor, an welchen Stellen der Fassade welche Arbeiten notwendig wären. An manchen Stellen müssen Ziegel ersetzt werden, an manchen Stellen sind die Fugen zu erneuern und an manchen Stellen muss Bewuchs entfernt werden.

Was die Finanzierung betrifft, sind noch viele Dinge im Fluss. Aber Pfarrer Buchholz hat natürlich ein festes Ziel. "Wir haben einen Traum", verrät er, "und wenn der Wirklichkeit wird, dann können wir über 1,1 Millionen Euro verfügen." 300 000 Euro gibt die Stadt Rathenow aus der Städtebauförderung. Zu 200 000 Euro hat sich der Förderkreis verpflichtet, die er durch Spenden aufbringen will. Gelder sind auch beantragt beim Kirchenkreis Nauen–Rathenow und bei der Landeskirche.

Vor wenigen Tagen hat sich zudem eher unerwartet eine weitere Quelle aufgetan. Die Rathenower hatten mit ihrer Bewerbung bei der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) überraschend Erfolg. Diese Stiftung bietet eine zwar ungewöhnliche, aber durchaus wirkungsvolle Förderung an. Für jeden Euro Spendengeld, der für die St.-Marien-Andreas-Kirche in einem bestimmten Zeitraum auf ein bestimmtes Konto eingezahlt wird, gibt die KiBa 50 Cent dazu. Diese Chance will die Kirchengemeinde natürlich bestmöglich nutzen. In wenigen Tagen soll der interessierten Öffentlichkeit genau mitgeteilt werden, wie das funktionieren soll. (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 22. Februar 2008

   Zur Artikelübersicht