BAUDENKMAL: Kurzer Blick auf die Geschichte

Neustädter Kreuzkirche präsentierte gestern beim Tag der offenen Tür Zeitzeugnisse

Von Ines Rath

Das Interesse der Neustädter war groß 
Das Interesse der Neustädter war schon kurz nach dem Öffnen der Kirchentüren groß. Foto: THORMANN

NEUSTADT - Mit einem Tag der offenen Tür und einem anschließenden Gottesdienst feierte die Kirchengemeinde gestern den Baufortschritt an der Neustädter Kreuzkirche. Seit Dezember laufen die Arbeiten an Turm und Dach des Gotteshauses. Allein für den Turm hatte der Förderverein rund 11 000 Euro an Spenden gesammelt.

Das Bauvorhaben hilft nicht nur, ein Stück Stadtgeschichte zu bewahren die Kreuzkirche war 1686 der erste Kirchenzentralbau Brandenburgs es förderte mit dem Inhalt der Turmkugel auch ungeahnte historische Zeugnisse ans Tageslicht. Texte, Zeitungen, Urkunden, Geldscheine und Münzen aus der Zeit um 1844 und 1920 da war schon einmal am Dach gebaut worden konnten die Kirchenbesucher gestern begutachten.

Eine seltene Gelegenheit. Schon am 12. April soll die Turmbekrönung wieder installiert werden. "Und alles, was drin war, kommt wieder rein, hundertprozentig", kündigt der Vorsitzende des Fördervereins Edmund Bublitz an. Seine Mitstreiter und er planen schon lange das weitere Vorgehen: Das Schieferdach soll komplett neu eingedeckt, der Dachstuhl gründlich ausgebessert werden. "Ich gehe davon aus, dass im 3. Quartal 2009 alles fertig ist", sagt Bublitz. Bis dahin müssen der Verein und die Kirchengemeinde noch viele Spenden sammeln, auch wenn das Land und die Landeskirche Unterstützung zugesagt haben.

Die Neustädter schließen sich damit ihren Vorfahren an. Schon in einem Text aus der Turmkugel heißt es immer noch aktuell: "Dies Werk wurde gelegentlich der inneren und äußeren Renovierung der hiesigen, einem historischen Kunstwerk gleichenden Kirche im Jahre 1920 verfasst und dient zur freudigen Erinnerung für unsere Nachkommen."(Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 15. März 2008

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