HEIMATGESCHICHTE: Zum Fest trägt der betagte Jubilar einen neuen Hut

Neue Folge der Werderaner Chronik vollendet / Erinnerung an Kirchweihe vor 150 Jahren

Heilig-Geist-Kirche 
Vor 150 Jahren eingeweiht - die Heilig-Geist-Kirche.
Foto: Olaf Möldner

WERDER - Im 25. Jahr der Werderaner Heimathefte lassen Herausgeber Baldur Martin und das Autorenteam wieder ein prägendes Stück der Stadtgeschichte lebendig werden. Pfarrer Immo Riebicke ist stolz, dass die Heilig Geist Kirche 150 Jahre nach der Weihe ihre Festwoche vom 13. bis zum 20. April in einem zum größten Teil sanierten Gotteshaus begehen kann. "Der Einsatz der Kirchengemeinde, Spenden, umfangreiche Fördermittel und die Zusammenarbeit mit der Stadt haben es möglich gemacht", sagt Riebicke. Und nach den aufwändigen Arbeiten am Kirchendach trägt der Jubilar zum Fest sogar einen neuen Hut. Zur gestrigen Präsentation des Heimatheftes machte Bürgermeister Werner Große (CDU) dem Pfarrer Mut, die Fassadensanierung nicht auf die lange Bank zu schieben. Große hofft, dass die Stadt das Projekt mit der Kirche bis 2013 mit Fördermitteln unterstützen kann, bevor die Quelle versiegt ist.

Erstmals sind in der neuen 144-seitigen Chronik Beiträge zur "Bekennenden Kirche" in der evangelischen Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht. Auch in Werder hatte sich eine Oppositionsbewegung gegen jede Verfälschung des Evangeliums, Gewalt und Gewissenszwang gebildet, wie Günther Paul aus persönlichem Erleben im Heimatheft berichtet.

Die weiteren Themen des Doppelheftes sind so bunt wie das Leben einst in Werder. Dazu gehören die Erinnerungen an Karl Hagemeister wie auch an den Obst- und Gartenbauverein. Der Leser erfährt von den Anfängen der Obstbausiedlung Elisabethhöhe, von den Schwierigkeiten bei der Sanierung des Festsaals der Bismarckhöhe aber auch von einem sowjetischen Sperrgebiet in Werder. Historische Postkarten zeigen Gaststätten um 1905, Schriften belegen eine Schnellpost von 1819, die wohl über die Berliner Straße rollte. Auch auf Anekdoten wird nicht verzichtet, den Stoff dafür lieferte Oberpfarrer Karl Rättig.(Von Regine Greiner)

Märkische Allgemeine vom 28. März 2008

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