KIRCHENSANIERUNG: Nun glänzt sie wieder

Turmspitze in Neustadt komplettiert / Neue Dokumente ergänzen die historischen

Siegbert Weiß deponierte alte und neue Dokumente wieder in der Turmkugel hoch über der Stadt 
Siegbert Weiß deponierte alte und neue Dokumente wieder in der Turmkugel hoch über der Stadt.
Foto: Privat

NEUSTADT - Zumindest symbolisch ist der Turm der 1686 eingeweihten Neustädter Kreuzkirche nun wieder vollständig: Am Sonnabend wurden die Arbeiten an der Turmspitze offiziell abgeschlossen: Die Turmkugel erhielt ihre historischen und einige neue Dokumente zurück, der Stern wurde montiert und die Wetterfahne glänzt wieder.

Fertig ist der Turm damit noch lange nicht. Trotzdem wurde das Ereignis in aller Form gefeiert. Während einer Andacht dankten Pfarrerin Michaela Fröhling, Siegbert Weiß vom Gemeindekirchenrat und Edmund Bublitz vom Förderverein Kreuzkirche allen, die bisher zur Sanierung des Turmes beitrugen. Vor den Augen der Menschenmenge wurden drei Kartuschen mit Dokumenten für die Turmkugel gefüllt. Zwei der Behältnisse enthalten nun wieder die Schriftstücke und Zeitzeugnisse, die bei Bauarbeiten 1844 und 1920 in der Turmspitze deponiert worden waren. In die dritte Kartusche kamen aktuelle Andenken: Berichte über das Baugeschehen, über die Kirchengemeinde, das Gestüt und die Stadtgeschichte, Fotos, Belege für die Finanzierung, Münzen, der aktuelle Gemeindebrief und die MAZ.

Superintendent Joachim Harder sprach von der mit der Turmsanierung verbundenen Hoffnung: "Jede Generation, die an ihren Türmen baut, lässt die Hoffnung in uns weiterleben, dass der Frieden erhalten bleibt und das Leben in dieser Kirche."

Frühestens in 70 bis 100 Jahren wollen die Neustädter die Turmspitze wieder anrühren. Schon in den nächsten Tagen soll der oberste Teil des Baugerüstes demontiert werden, sodass Turmlaterne und -krone wieder weithin sichtbar sind. Nach und nach werden auch die anderen Spuren der Bauarbeiten verschwinden auch wenn die komplette Neueindeckung und Sicherung des Bauwerkes noch einige Monate dauern werden und bis dahin noch viele Spenden zu sammeln sind.

Seit Dezember wird inzwischen an der Kreuzkirche gebaut. Die Kirchengemeinde und der Förderverein haben tausende Euro an Spenden gesammelt. Die Bauherren gehen davon aus, dass die Bauarbeiten bis zum Herbst abgeschlossen werden können. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 14. April 2008

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