Sanierung: Land gibt Geld für Kirchenerhalt

Ministerin bringt Bescheid über 35 000 Euro nach Bredereiche

BREDEREICHE - Das Dach der Bredereicher Kirche muss komplett erneuert werden, die Rückseite des Turms benötigt ebenfalls bauliche Zuwendung. Alles in allem kostet diese Sanierung 70 000 Euro. Eine Summe, die die Kirchengemeinde kaum aufbringen kann, und auch der Kirchenkreis Templin-Gransee hatís nicht so dicke. Aber die Hälfte ist machbar: 10 000 Euro von der Kirchengemeinde, 10 000 Euro vom Kirchenkreis und 15 000 Euro von der Landeskirche. Bleiben 35 000 Euro "übrig", die am Sonntag in Form eines Zuwendungsbescheides die Gemeinde erreichen werden. Überbringerin ist Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka persönlich, denn das Geld ist eine Leistung, die das Land Brandenburg gemäß des vor fast 13 Jahren geschlossenen Kirchenstaatsvertrages übernimmt. Viele kirchliche Bauten konnten so erhalten werden, auch wenn das Geld nie für alle Bedürftigen reicht.

Nun ist also Bredereiche dran und kann mit den 70 000 Euro die zweite Bauphase beginnen. Im vergangenen Jahr haben die Bauarbeiter von der Denkmalpflege Prenzlau das Fachwerk des Giebels ausgebessert, das alte Holz stellenweise ersetzt. Dicker Putz ist nicht mehr auf die Steine gekommen, sie wurden nur leicht geschlemmt. Das war die erste Etappe im Sanierungs-Fahrplan, die dritte sind "Restsachen" um den Saalbau, wie Pfarrer Christian Albroscheit sagt. Bauingenieur Karl-Otto Winkler aus Himmelpfort hat den Sanierungsbedarf der Kirche Bredereiche ermittelt und auch die entsprechenden Anträge gestellt. Noch zur Amtszeit von Pfarrerin Sabine Müller-Becker, die Mitte November 2007 in die Gemeinde Potsdam-Babelsberg gewechselt ist, begann die erste Phase der Sanierung.

Johanna Wanka nimmt am Sonntagvormittag an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 63. Jahrestages der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück teil. Zu 13 Uhr wird sie an der Bredereicher Kirche erwartet. Die heißt Sankt Martin und ist ein Musterbeispiel märkischen Fachwerkbaus. Dass Bredereiche ein Schifferdorf war, bezeugt auch die Kirche. Der ehemalige Schifferverein hat der Kirchengemeinde zwei Traditionsschiffe als Leihgabe überlassen. Der Altar stammt aus dem Jahr 1689 und zeigt in der Mitte ein Abendmahlsbild. Ein Templiner Meisterbetrieb hat ihn damals angefertigt. Das benachbarte Kloster Himmelpfort griff den Bredereichern bei der Einrichtung ihrer Kirche auch unter die Arme und stiftete drei Figuren für den Altar: Maria mit Jesus, den Heiligen Georg und den Heiligen Martin als Namensgeber. Sehenswert auf dem Kirchengelände ist das Friedensmal mit seiner denkwürdigen Inschrift. (Von Anke Dworek)

Märkische Allgemeine vom 16. April 2008

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