SANIERUNG: Malereien wieder sichtbar

Arbeiten in der Metzelthiner Kirche abgeschlossen / Erster Gottesdienst

Gottesdienst in der sanierten Metzelthiner Kirche 
Pfarrer Alexander Bothe hielt Pfingstsonntag den ersten Gottesdienst in der sanierten Metzelthiner Kirche ab.
Foto: Hans-Werner Thormann

METZELTHIN - Für die Bewohner von Metzelthin war der Pfingstsonntag ein ganz besonderer Tag. Sie konnten den Gottesdienst endlich wieder in ihrer Kirche erleben. Sie wurde seit Oktober 2007 von außen und innen saniert. "Letzteres war ursprünglich gar nicht geplant", erzählt Jutta Baeblich. Sie ist die Kirchenälteste und sitzt auch im Bauausschuss der Kirchengemeinde.

Eigentlich sei nur eine Dachsanierung angedacht gewesen. Schwamm war der Grund. So wurde die Dachkonstruktion erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten stellte man jedoch auch Schwamm in der Kasettendecke des Gotteshauses fest. Sie musste entfernt werden. "Nun konnten wir Einwohner entscheiden, ob wir wieder eine Kasettendecke haben wollten, oder lieber Balken", so Jutta Baeblich. Die Entscheidung fiel auf die Balken. Ein alter bemalter ist sogar im Original erhalten geblieben und nur ein bisschen aufgearbeitet worden. Er befindet sich im Chorraum der Kirche.

Auch am Glockenturm legte die Firma Gottschalk Baudenkmalpflege aus Friesack Hand an. Er wurde neu verkleidet. Zum Einsatz kam dabei Erlenholz. Früher schützte Kiefernholz den Turm. Die Fachleute rieten jedoch davon ab, es wieder zu verwenden. Erle sei haltbarer, hieß es.

Noch eine Besonderheit kam bei den Arbeiten zu Tage. Die Restauratorin Marlies Genßler aus Prötzel hatte das Innere der Kirche untersucht und festgestellt, dass sich an der Wand nach Norden eine Beschriftung befindet. "In mühevoller Kleinarbeit hat sie die Zeichen wieder sichtbar gemacht", freut sich die Kirchenälteste. Zu lesen ist, dass die Kirche nach ihrer Zerstörung im dem Dreißigjährigen Krieg am 18. Mai 1698 wieder eingeweiht worden war. Die Restauratorin fand auch noch heraus, dass es ein Pfingstsonntag war. "Da stand für uns fest, dass wir ebenfalls am Pfingstsonntag Einweihung feiern", so Jutta Baeblich. Marlies Genßler legte weitere Malereien frei und frischte sie wieder auf. So sind an den Seiten des Kirchenschiffs und im Chorraum Weihekreuze, die ursprüngliche Fensterumrandung und Teile der Schablonenmalerei wieder zu sehen. Letztere war durch die alte Decke verdeckt worden. (Von Sandra Bels)

Märkische Allgemeine vom 13. Mai 2008

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