Kirche erhält neue Dachbalken

Bad Freienwalde 

Bad Freienwalde (sg) Das Kirchenschiff der Bad Freienwalder Nikolai-Kirche ist zurzeit hinter einem Gerüst verborgen. Nachdem im vergangenen Jahr der Turm saniert worden war, bringen die Restauratoren jetzt das Hauptgebäude auf Vordermann. "Die Schäden am Dachstuhl sind nicht ganz so schlimm wie zunächst befürchtet", sagte gestern Christian Brunnert, stellvertretender Gemeindekirchenratsvorsitzender der evangelischen Stadtkirchengemeinde Bad Freienwalde. Das hätten Feinuntersuchungen jetzt ergeben. Das Dach müsse nicht komplett abgedeckt werden, sondern nur im unteren Bereich. Dort werden Balken entweder ganz oder teilweise ausgetauscht. Eindringende Feuchtigkeit hat ihnen die Tragkraft genommen.

Darüber hinaus müssen die Handwerker die statischen Mängel beseitigen, die bei der Sanierung des Dachstuhls im Jahr 1988 nicht erkannt beziehungsweise noch verschärft worden waren. Damals war der Dachstuhl manuell mit Hilfe von Zollstock und Lot gerichtet worden, aber nicht so, wie es erforderlich gewesen wäre. "Wir hatten damals noch keine lasergestützte Messtechnik", so Christian Brunnert.

Die Sparren des Dachs standen etwas nach Osten geneigt und wurden gerichtet, doch der Längsverbund sei vermutlich nicht genügend berücksichtigt worden, ergänzt Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums, der als Regionalhistoriker die Bauarbeiten an der Kirche damals wie heute genau verfolgt. Dadurch seien Kräfte entstanden, die in die falsche Richtung wirkten, erläutert er weiter. So riss das Mauerwerk des Kirchenschiffs. Diese Risse werden im Zug der Bauarbeiten ebenfalls geschlossen.

Immerhin können die Dachziegel wieder verwendet werden. Sie waren 1988 von einer Partnergemeinde in Essen gestiftet worden.

"Wir bewegen uns im Kostenrahmen, benötigen aber immer noch Spenden", erklärte Christian Brunnert. 690 000 Euro kostet die Sanierung der Stadtpfarrkirche. 40 Prozent werden durch Fördermittel finanziert. Die Stadt Bad Freienwalde stellte den Beitrag aus ihren Denkmalmitteln zur Verfügung. Den überwiegenden Teil, 414 000 Euro, muss die Kirchengemeinde selbst schultern und über Kredite finanzieren. Knapp 50 000 Euro haben die Bürger bereits gespendet.

Wann die Arbeiten an der Kirche abgeschlossen sein werden, konnte der stellvertretende Gemeindekirchenratsvorsitzende gestern noch nicht sagen.

Die Ursprünge der Bad Freienwalder Nikolaikirche gehen auf eine Feldsteinkirche im 13. Jahrhundert zurück. Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus vermutlich grundlegend neu gestaltet.

Märkische Oderzeitung vom 15. Mai 2008

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