SANIERUNG: Sankt Martin bekommt ein neues Dach

Zweiter Bauabschnitt an der Bredereiche Kirche beginnt

BREDEREICHE - Die Regenrinne am Dach der Bredereicher Kirche ist schon eine besondere Konstruktion. Gemeinhin soll das halboffene Rohr Wasser aufnehmen und ins Fallrohr ableiten. Wenn es nur leicht tröpfelt, erfüllt die Dachkalle zwar auch ihren Zweck, versagt aber schon bei der kleinsten Schauerbildung. Am Ostgiebel hat das Malheur schon weiße Flecken an die Wand befördert oder wie der Fachmann sagt Salpeterausblühungen verursacht.

Im zweiten Sanierungsabschnitt soll dieser Baufehler behoben werden. Neben einer neuen Regenrinne erhält das Musterbeispiel märkischer Fachwerkkunst auch ein neues Dach es kommen denkmalgerechte Biberschwänze zum Einsatz.

Solange ist es zwar noch nicht her, dass das Kirchendach neu gedeckt wurde in den 80er-Jahren. "Vielleicht hätte es noch ein paar Jahre gehalten. Um aber nicht irgendwann noch mal anfangen zu müssen, machen wir jetzt gleich alles mit", sagt Carola Hildebrandt, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Zudem wird das verwitterte Holz, mit dem der Kirchturm eingedeckt ist, ausgetauscht. "Die Schallluken sehen sehr dürftig aus", so Carola Hildebrandt. 70 000 Euro kostet die umfangreiche Sanierung. 10 000 Euro hat die Kirchengemeinde aufgebracht, 10 000 Euro der Kirchenkreis und 15 000 Euro die Landeskirche gegeben. Einen Zuwendungsbescheid über 35 000 Euro hatte Johanna Wanka im April mitgebracht.

Im vergangenen Jahr haben die Bauarbeiter von der Denkmalpflege Prenzlau das Fachwerk des Giebels ausgebessert, das alte Holz stellenweise ersetzt. Dicker Putz ist nicht mehr auf die Steine gekommen, sie wurden nur leicht geschlemmt.

Drei Bauabschnitte sind insgesamt vorgesehen. Bauingenieur Karl-Otto Winkler aus Himmelpfort hat den Sanierungsbedarf für die Sankt-Martin-Kirche ermittelt.

Die Gemeindeglieder hoffen inständig, dass sie im kommenden Jahr die Außenhülle angehen und diese große Bauetappe problemlos abschließen können. Vorerst. Denn das Kircheinnere muss auch irgendwann an die Reihe kommen.

Während der Bauarbeiten bleibt die Kirche für Besucher zugänglich. Der aus dem Jahre 1689 stammende Altar und die Orgel werden mit Folien vor Baustaub geschützt. Die Gottesdienste finden während der Bauzeit im Gemeindehaus statt. (Von Cindy Lüderitz)

Märkische Allgemeine vom 16. Juli 2008

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