Bürger ziehen für Kirche an einem Strang

Von Steffen Göttmann

Hilfe für die Kirche 
Hilfe für die Kirche: Gerlinde Stobrawa, Vizepräsidentin des Landtags (Mitte), überreicht Katrin Wacker, Gemeindekirchenratsvor-sitzende, den Bescheid. Mit dabei: Marco Büchel, Ortsbürgermeisterin Roswitha Zimmermann und Pfarrer Hans-Peter Nitsch (v. l.).

Neulietzegöricke (MOZ) In Neulietzegöricke könnte ein lang gehegter Traum bald Wirklichkeit werden. Mitte August soll eine Anlaufberatung über die Sanierung der Kirche über die Bühne gehen. Die Evangelische Kirchengemeinde und die weltliche Gemeinde sammeln Spenden, um den Eigenanteil der Kosten stemmen zu können.

"Mehr als 2000 Euro sind bereits durch Spenden zusammengekommen", berichtete Horst Wilke, ehrenamtlicher Bürgermeister der Großgemeinde Neulewin, zu der auch Neulietzegöricke gehört. Gerlinde Stobrawa (Linkspartei), Vizepräsidentin des brandenburgischen Landtages, hat den Betrag am Mittwoch aus ihrem mit dem Ehrenamt verbundenen Verfügungsfonds aufgestockt. "Ich war beim Frühlingskonzert, da hat mir die Atmosphäre hier so gut gefallen", sagte Gerlinde Stobrawa.

"Wir freuen uns über die Unterstützung", sagte Katrin Wacker aus Neuwustrow, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Neulietzegöricke, Altreetz und Neulewin. Die Kirche solle Gotteshaus bleiben und lebendig sein. Gleichzeitig solle sie auch für andere kulturelle Veranstaltungen wie Theater geöffnet werden.

Die Kosten für die Sanierung der Kirche werden auf 300 000 Euro geschätzt, sagte Hans-Peter Nitsch, Pfarrer von Neulietzegöricke. Er vermutet aber, dass die tatsächlichen Kosten weit darüber liegen werden. Die Sanierung betrifft Mauerwerk, Putz und Dach. Die Fenster seien bereits erneuert worden. 30 Prozent der Kosten muss die Kirchengemeinde als Eigenanteil aufbringen.

Darüber hinaus seien in den Jahren 2003/04 die Fundamente der Kirche mit Beton gesichert worden, berichtete Friedrich Regenberg, Vorstandsmitglied des Gemeindekirchenrates Neulietzegöricke, Altreetz und Neulewin. Dafür waren bereits 45 000 Euro ausgegeben worden. Ferner wurde im Innenraum der Holzwurm mit der chemischen Keule gestoppt. Auch dafür investierte die Kirchengemeinde 20 000 Euro. Weil in den 1970er Jahren die Wände der Kirche nach außen drückten, seien sie mit Ankern gesichert worden, so Friedrich Regenberg. Das Gotteshaus in seiner jetzigen Form wurde 1832 errichtet. Es ist ein mit Mauerwerk verblendeter Fachwerkbau.

Christian Nietsche, der neben Neulietzegöricke, Altreetz und Neulewin auch die Pfarrsprengel Neuküstrinchen und Neubarnim betreut, hält alle 14 Tage in Neulietzegöricke Gottesdienste. Für die Nitsch bleibt die Kirche Zentrum des Dorfes. "Ich bin als Pastor daran interessiert, dass Dorffeste mit einer Andacht beginnen", sagte er. Die Kirche solle sagen können, was ihr Auftrag sei.

Wilke unterstrich das Interesse des Ortes an der Kirche. Die Konzerte, die häufig sonntags in der Kirche zu erleben sind, werden auf ehrenamtlicher Basis organisiert. Alle Einnahmen werden für die Kirche gespendet. Selbst der Obolus für den Polnischlehrgang, der 20 Teilnehmer zählt, komme der Kirche zugute, so Wilke.

Märkische Oderzeitung vom 18. Juli 2008

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