Nächster Bauabschnitt widmet sich dem Dachgeschoss

Uebigauer Nikolai-Kirche wird sorgsam entblättert

Die Arbeiten haben begonnen. Tag für Tag ist in der zurückliegenden Zeit eine Spezialfirma vor Ort gewesen, um auf dem Dachboden der Uebigauer Kirche sozusagen für Ordnung zu sorgen, damit die eigentlichen Arbeiten sich nahtlos anschließen können. Schwerpunkt des zweiten Bauabschnittes ist die Reparatur des Daches und des Dachstuhls.

Uebigau 
Gegenwärtig sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, schrittweise das Dach des Kirchenschiffes zu öffnen, um so die Balken des Dachstuhles austauschen oder reparieren zu können.
Foto: Sven Gückel

Etwa eine halbe Million Euro hat Architekt Onno Volkerts für diesen zweiten Bauabschnitt am Uebigauer Gotteshaus veranschlagt, der sich der Turmsanierung anschließt. Die knappe Hälfte des Geldes wird von der Landeskirche, der Städtebausanierung, dem Kirchenkreis und mit Hilfe von Patronatsgeldern gefördert. «Der Architekt hat großzügig kalkuliert, denn bei Arbeiten in diesem Bereich kann man ja nie wissen, was an zusätzlichen Ausgaben noch auf die Kirchengemeinde zukommt» , sagt Ralf Hellriegel. Der Mann vom Gemeindekirchen-rat kennt das Bauvorhaben bis ins kleinste Detail. Insgeheim fürchtet er sich vor dem Moment, in dem festgestellt wird, dass deutlich mehr Arbeiten auszuführen sind, als nach allen gründlichen Voruntersuchungen kalkuliert. «Bei so einem alten Haus kann man je nie wissen» , fügt er an.

Der Start für diesen zweiten Bauabschnitt sei gut gewesen, resümiert er. Dank der zeitig vorliegenden Bau- und Finanzgenehmigung habe man die Ausschreibung zeitig vornehmen und mit den Vorarbeiten beginnen können.

Zu diesen habe gehört, dass sich eine Spezialfirma der behandelten Hölzer im Dachbereich angenommen und darauf die Schutzmittel entfernt habe. Die Arbeit mit dem extragroßen Staubsauger ist beendet. «Jetzt können die Dachdecker und Zimmerleute anrücken. Sie werden Hand in Hand arbeiten» , stellt Ralf Hellriegel fest.

Während das Kirchendach zur Hälfte aufgenommen ist, sollen die darunter liegenden Balken bei Bedarf ausgetauscht oder anderweitig saniert werden. Spezielles Augenmerk gilt dabei selbstverständlich auch den Balken-köpfen. Um an die zu gelangen, ist es nötig, die Deckenplatten im Inneren des Gotteshauses an den Randbereichen abzunehmen. Weil das nicht ohne von oben herab rieselnden Schmutz vonstatten gehen wird, ist die Kirche weitgehend ausgeräumt worden. Was man sichern konnte, ist entfernt.

Recht kahl erscheint sie nun, ohne jeden Schmuck und vor allem auch ohne Orgel. Die ist zum Schutz vor dem vielen, zu erwartenden Staub ausgebaut und eingelagert worden. Nur das Gehäuse für das Instrument steht noch an seinem Platz. «Man hat uns dringend geraten, es jetzt im Zuge der Baumaßnahme gleich mit zu erneuern» , berichtet Ralf Hellriegel. Im hinteren Bereich ist zum Beispiel ein Balken komplett auszuwechseln. Und auch die Pfeifen sollen beim Einbau gleich grundlegend gereinigt werden. Alles zusammengenommen kostet das einiges zusätzliches Geld.

«Für Oktober, wenn nach jetzigen Planungen das Dach fertig ist, ist ein Benefizkonzert in der Kirche geplant. Schüler der Kreismusikschule werden dieses gestalten» , blickt Ralf Hellriegel voraus und ergänzt, dass man sich im Nachgang dieses Kulturgenusses eine ergiebige Kollekte erhofft. Diese soll gleich mit zur Finanzierung der Orgelarbeiten dienen. Was sich der Musikliebhaber zu diesem Anlass besonders reizvoll vorstellt: Eine Orgelführung vor eigentlich fehlendem Instrument. «Die Mechanik ist ja noch voll funktionstüchtig. Die kann man sonst gar nicht sehen» , begründet er die Idee.

Am Rande notiert Weitere Vorhaben

Mit der Dachsanierung ist erst ein Anfang an der umfassenden Sanierung des Uebigauer Kirchenschiffs gemacht. Weitere Arbeiten stehen an und sollen folgen: Putzen des Giebels noch in diesem Jahr, Erneuern des Außenputzes im nächsten Jahr, Gestalten der Außenanlagen, Wege und der Beleuchtung 2010. Die Denkmalschutzbehörde, die Fördermittelgeber der Stadtsanierung und die Landeskirche hätten diesem Zeitplan zuge-stimmt. Erst danach, so Ralf Hellriegel, könne man daran denken, im Inneren des Hauses weitere Erneuerungen vorzunehmen.

Von Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 31. Juli 2008

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