KIRCHE: Viel Arbeit am Stein

Sanierung des Schönermarker Gotteshauses zu einem Drittel fast fertig

SCHÖNERMARK - Wilhelm Issel kommt eigentlich aus dem Metallfach, kennt sich aber in anderen praktischen Sachen gut aus. Und er ist an allem interessiert, was wiederum der evangelischen Kirchengemeinde in Schönermark zugute kommt. Denn Issel inzwischen ohne feste Arbeitspflichten ist gerne an der größten Baustelle im Ort, um mit zuzugreifen oder einfach nach dem Rechten zu sehen. Pfarrer Henning Utpatel sieht es mit Wohlwollen. Schließlich geht es um nichts Geringeres als um das Gotteshaus.

Hier musste dringend Hand angelegt werden, besonders an den Fassaden. An drei Seiten des Kirchenschiffes stehen gegenwärtig noch die Gerüste. Handwerker der Spezialfirma von Roland Schulze aus Potsdam benötigten sie, um Fugen zwischen den Feldsteinen, die die Wände bilden, nachzuarbeiten. Dabei gab die steinerne Fläche sogar Geheimnisse preis. So kamen an der Breitseite des Schiffes zwei Rundbögen ans Tageslicht. Öffnungen darunter wurden irgendwann in grauer Vorzeit zugemauert. Die Schönermarker dürfen sich nun darüber wundern und rätseln, weshalb es zwei Eingänge genau nebeneinander geben musste. Einer für Frauen, einer für Männer etwa? Oder einer für Arme, der andere für Reiche? Der Mutmaßungen könnte es noch weitere geben.

Die Handwerker durften sich damit nicht lange aufhalten. Schließlich waren auch noch Fenstergesimse zu erneuern, Fensterbänke komplett zu ersetzen. Hier kamen extra hergestellte Klinkerziegel zum Einsatz. Bei den Leibungen fehlt nun noch die Farbe. Ein Terrakotta-Anstrich wird es werden.

Pfarrer Utpatel nannte gestern noch ein spezielles Problem der etwa 600 Jahre alten Kirche. Von außen drang bei Niederschlägen quasi ungehindert das Regenwasser ins Innere. Also wurde ein breiter Graben, 80 Zentimeter tief, rund um das Feldsteingebäude geschachtet, um die Fundamente dicht zu kriegen. Heute sind die Gräben längst wieder zugeschüttet.

Erst 2009 wird die Westseite mit dem aktuellen Eingangsportal eingerüstet und saniert. Damit beginnt dann der 2. Bauabschnitt. Auch hier ist es höchste Zeit. Abgebrochener Putz ließ nackten Stein zurück. Das Finale könnte dann noch einmal ein, zwei Jahre auf sich warten lassen. "Für das Dach brauchen wir Fördermittel. Die müssen erst einmal da sein", sagt Henning Utpatel.

Das Ende des 1. Bauabschnitts, in dem 40 000 Euro, davon allein 15 000 Euro von der Gemeinde Stüdenitz-Schönermark, verbaut wurden, ist den Einheimischen eine Feier wert. Sie steigt am 27. September.

Info: Die Feier beginnt um 14 Uhr in der Gaststätte "Zur Eiche" und wird um 16 Uhr in der Kirche mit einem Gospelkonzert fortgesetzt. (Von Wolfgang Hörmann)

Märkische Allgemeine vom 12. September 2008

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