Hunderte Gäste feiern die Einweihung des Kirchturms in Lübben

Hunderte Gäste sind am Sonnabend auf den Marktplatz gekommen, um die Einweihung des Turms der Lübbener Paul-Gerhardt-Kirche nach dessen Rekonstruktion mitzufeiern. "Wir sind stolz, dass unser Zentrum noch schöner geworden ist", sagte Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU).

Lübben 

Für rund 200 000 Euro wurde die Außenhaut des Turms saniert. Zwei Drittel der Kosten davon tragen Bund und Land, ein Drittel trägt die Stadt Lübben.

Eigentümerin des Turms ist die Stadt Lübben, vermutlich schon seit der Erbauung des Gebäudes, das einst als Wach- und Wehrturm genutzt wurde. Streitigkeiten über die ungewöhnlichen Besitzverhältnisse habe es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gegeben, wie Lothar Bretterbauer sagte. Seit 1714 aber sei die Stadt auch aktenkundig Eigentümerin des Turms.

Dessen Rekonstruktion ist laut Verwaltungschef der Abschluss für die Sanierung des Gebäudeensembles. Die Kirchengemeinde hat zuvor schon das Gotteshaus saniert, die Stadt gestaltete das Umfeld im Rahmen der Städtebausanierung neu. Jetzt erstrahlt der Turm ebenfalls in neuem Glanz. Seit Mai war das mehr als 40 Meter hohe Bauwerk eingerüstet und eingehüllt gewesen. Für Blicke von außen durch weiße Planen verdeckt, erhielt das Gebäude einen neuen, helleren Außenputz.

"Die Investition hat sich gelohnt", sagte der Bürgermeister. Auch Lübbens Pfarrer Olaf Beier ist begeistert: "Der Kirchturm ist wunderschön geworden. Die Handwerker haben mit viel Sachverstand gearbeitet", so der Geistliche. "Das Ergebnis ist beeindruckend." Der Zeitpunkt der Einweihung war für ihn "super" gewählt. "Wir ernten einen Turm und feiern ein Fest", sagte Olaf Beier und verwies dabei auf das Erntedankfest am Wochenende. Das Fest, die Einweihung des Turms und ein Bauernmarkt hatten Hunderte Besucher auf den Marktplatz und in die Paul-Gerhardt-Kirche gelockt. "Dass so viele Menschen gekommen sind, zeigt das große Interesse", sagte Lothar Bretterbauer und bezeichnete den Kirchturm als "das Wahrzeichen der Stadt Lübben". Und das lockte Gäste auch von weit außerhalb der Region. "Wir waren gleich nach der Wende schon einmal hier", erzählte Richard Witschewski aus dem Norden Deutschlands.

"Inzwischen ist die Paul-Gerhardt-Kirche samt Turm ein richtiges Schmuckstück geworden, alle Achtung."

von Andreas Staindl

Lausitzer Rundschau vom 06. Oktober 2008

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