SANIERUNG: Traditionelle Handarbeit

In der Johanniskirche in Luckenwalde wird der Wandputz erneuert

Blick ins Kirchenschiff der Johanniskirche in Luckenwalde 
Blick ins Kirchenschiff der Johanniskirche in Luckenwalde. Die Innensanierung ist in vollem Gange.
Foto: Margrit Hahn

LUCKENWALDE - Sorgfältig wird im Inneren der Johanniskirche auf dem Luckenwalder Markt loses Mauerwerk abgeklopft. "Der Wandputz soll im originalen Zustand wiederhergestellt werden", erklärte Reinhard Falke. Der Fachmann für Altbausanierung, seit 40 Jahren im Beruf, arbeitet bei der Potsdamer Baugesellschaft mbH von Torsten Fiebig. "Seit Wochenbeginn sind wir hier im Einsatz, um die Wände in diesem schönen Kirchenschiff zu erneuern", sagte er. Der Auftrag in Luckenwalde ist auch noch aus einem anderem Grund nach Falkes Geschmack. Er wohnt in Jüterbog und da ist der Arbeitsweg nach Luckenwalde nur ein Katzensprung.

Die Innensanierung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Restauratorin Jutta Brumme aus Brandenburg. Sie ist ebenso wie Architekt Matthias Reckers regelmäßig in Luckenwalde vor Ort und bespricht mit den Fachleuten das weitere Vorgehen.

"Solcher Altbestand wie hier in der Kirche ist schon eine Herausforderung. Deshalb ist die enge Abstimmung so wichtig", sagte Robert Grabinski. Er ist ebenfalls Mitarbeiter der Firma Fiebig. Begeistert von der Arbeit unter der hohen Kuppel der Johanniskirche ist auch Stukkateur-Azubi Elisa Höse. "Es ist beeindruckend, was zu solch einer Kirchensanierung alles dazu gehört", erzählte sie. Die aufwändigen Arbeiten an der Johanniskirche begannen im Juni, gleich nach dem Turmfest. Der Hauptteil betrifft die Sanierung der Außenhülle. Insgesamt sind die Sanierungskosten mit 370 000 Euro veranschlagt.

Die alte Wand- und Deckenmalerei im Innern war erst 1901 unter einem Anstrich aus späterer Zeit entdeckt worden. Zuletzt wurde die Kirche 1961 unter Aufsicht der Denkmalbehörde restauriert.

Pfarrer Detlev Riemer hatte gehofft, dass die Kirche vielleicht Weihnachten fertig werden würde. "Es wird wohl in diesem Jahr nichts mehr", stellte er gestern fest. (Von Uta Franke)

Märkische Allgemeine vom 14. November 2008

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