Baustaub statt Lichterglanz in der Saxdorfer Kirche

Hinter der braunen Kirchentür wird gebohrt, gehämmert und gesägt. Altar, Taufbecken und Kirchenbänke sind mit weißer Folie abgedeckt. Um einen Weihnachtsbaum für die Kirche brauchen sich die Saxdorfer in diesem Jahr nicht zu kümmern. Die Bauarbeiten, am Dachstuhl, die im November begonnen haben, werden in den nächsten Monaten das Kirchenleben bestimmen. Die Christvesper am Heiligen Abend findet deshalb in der Kauxdorfer Fachwerkkirche statt.

Saxdorf 

"Schauen Sie sich diese Risse an." Pfarrer Karlheinz Zahn verweist auf die hintere Wand im Kirchenraum. Bis zur Empore und den Dachstuhl hinauf zieht sich ein Spalt durch das Mauerwerk. Unter dem Dach sind Arbeiter der ZBO Jessen, die schon mit vielen Kirchensanierungen im Landkreis beauftragt waren, damit beschäftigt, die maroden Balken gegen neue aus Eichenholz zu ersetzen. Wann der Dachstuhl der während der Schlacht bei Mühlberg zerstörten Kirche (1547) fertig sein wird, kann Zahn zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Für den ersten Bauabschnitt stehen 55 000 Euro zur Verfügung. 15 000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Rest stammt aus Spendengeldern.

"Im Sommer haben wir den Aufruf gestartet, und eine Woche danach waren schon die ersten 22 Euro von wildfremden Menschen überwiesen", freut sich der Pfarrer. Die Bereitschaft, etwas für den Erhalt des 800-jährigen Gotteshauses zu tun, sei im Dorf aber auch darüberhinaus sehr hoch. Schließlich sei die Kirche auch ein beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, die längst über die Kreisgrenzen hinaus von sich reden machen.

Das Orgelprojekt habe man wegen der dringenden Arbeiten am Kirchturm zunächst auf Eis gelegt. Von dem bereits eröffneten Spendenkonto für die Runderneuerung der Orgel seien 10 000 Euro für die Sanierung des Kirchturms umverteilt worden. Eigentlich sollte die Orgel zu ihrem 30. Geburtstag in diesem Jahr in neuer Qualität erklingen. Aber aufgeschoben sei ja nicht aufgehoben. Genauso wie die Vision von einer neuen Kirchendecke. Die soll wie in der ursprünglichen Bauart wieder eine durchgängige Bretterdecke werden.

Wenzis Laus Glogo würde es mit Sicherheit freuen, wenn diese Vision Wirklichkeit würde. Der Pfarrer, dessen Bildnis hinter dem Altar zu sehen ist, starb drei Jahre vor der Zerstörung der Saxdorfer Kirche. Unter der Regie seines Sohnes lief 30 Jahre später der Wiederaufbau der Saxdorfer Kirche.

von ines klut

Lausitzer Rundschau vom 02. Dezember 2008

   Zur Artikelübersicht