KIRCHE: Wie ein Pappkarton im Wind

Dippmannsdorfer Gotteshaus ist saniert / Neue Balken und Verankerungen geben dem Denkmal Halt

DIPPMANNSDORF - Der Wind hatte ein leichtes Spiel. Jedes Mal, wenn es stürmte, geriet die Dippmannsdorfer Kirche in Bewegung. "Die Konstruktion ist nicht besonders schwer", erklärt Pfarrer Edgar Meißner und vergleicht sie augenzwinkernd mit einem Pappkarton. "Einige Verstrebungen im Dach waren schon herausgebrochen."

Tiefe Risse an den Wänden ließen Experten schließlich stutzen. Im Rahmen ihrer Farbanalyse hat eine Restauratorin schließlich auf eine Untersuchung der Statik gedrängt. "Wir wollten die Ursache für die Schäden in den Wänden finden", berichtet Edgar Meißner. Aus der einst geplanten Aufhübschung des Innenraumes ist so schließlich eine umfassende Sanierung geworden. Bauleute haben in den vergangenen drei Jahren die Balken des Fachwerkes neu verankert, marodes Holz ausgetauscht, zusätzliche Träger eingezogen und dem Gotteshaus so neuen Halt verschafft. Nun sind die Handwerker fertig. "Es ist viel gemacht worden mit einem großen finanziellen Aufwand", erklärt Edgar Meißner. Allein die Statik habe rund 80 000 Euro gekostet. "Insgesamt", so schätzt der Theologe, "werden die Bauarbeiten wohl mit rund 145 000 Euro zu Buche schlagen."

Nach der Reparatur der tragenden Konstruktion haben Handwerker den Innenraum des Gotteshauses neu gestrichen. Dabei legten sie Ornamente in der Kassettendecke sowie ein Farbband unmittelbar darunter frei. Beide wurden restauriert. "Man hat sie vermutlich bei der letzten Renovierung 1959 und 1960 einfach überstrichen", vermutet der Pfarrer, zu dessen Trinitatis-Gemeinde (Dippmannsdorf, Ragösen, Groß Briesen) rund 675 Gläubige zählen.

Die Summe wird laut Meißner zum großen Teil von der Gemeinde getragen. Die Sparkasse, die Denkmalschutzbehörde und der Kirchenkreis geben außerdem Geld dazu.

Der Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler hat die Dippmannsdorfer Kirche entworfen. Sie wurde am 4. November 1860 geweiht und steht heute unter Denkmalschutz. "Wir hoffen, dass sie jetzt die kommenden 100 Jahre unbeschadet und ohne größere Reparaturen übersteht", sagt Edgar Meißner. (Von Hermann M. Schröder)

Märkische Allgemeine vom 27. Mai 2009

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