Ein Engel aus Spremberg braucht jetzt Hilfe

Spremberg Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Spremberger Kreuzkirche finden in diesem Jahr mehr als 30 Veranstaltungen statt. Dazu gehört auch eine Ausstellung über die Geschichte des Gotteshauses.

Ein Engel aus Spremberg braucht jetzt Hilfe 
Besucher der Kirchenführung interessierten sich sehr für die Herkunft und die Restaurierung des Taufengels.
Foto: Detlef Bogott

Gleich mehrere Kirchenführungen hatte Manfred Ihle in den vergangenen Tagen zu absolvieren. In seinen Ausführungen erfahren Besucher nicht nur geschichtliches zum Bau der Kreuzkirche, sondern auch neue Erkenntnisse zum Taufengel. Der 277-jährige Engel aus Laubholz, der in der Fensternische der Taufkapelle stand, steht nun unmittelbar neben dem Hauptaltar. Der Besucher erfährt, dass Ursula von Redern, die Tochter des Seyfried von Kittlitz, dem Stifter des Altars von 1660, den Taufengel gestiftet hat. Nach holztechnischen Reparaturen und Ergänzungen von Fingern und Nasenspitze in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurde auch die Weißfassung des Inkarnates mit den gezeichneten Pupillen und die Vergoldung des Gewandes erneuert. Jetzt wartet der Taufengel auf Rettung. Noch in diesem Jahr, so Manfred Ihle, soll der Engel restauriert werden, "sobald zwei Drittel der etwa 6000 Euro aufgebracht sind". Seine Restaurierung soll die Reinigung und Festigung sowie die Ergänzung von Fehlstellen und eine Neuvergoldung umfassen. Das Spremberger Museum hatte bereits im Jahr 1986 den Jessener Taufengel aus einem Privatbesitz erwerben können.

Auch, dass vor der heutigen spätgotischen dreischiffigen Kirche, dessen 500-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird, schon eine romanisch-gotische Kirche in Spremberg mit West- und Nordeingang existierte, erfahren die Besucher. Doch viele Besucher wollten noch viel mehr wissen. Ob zum Wappen Heinrich von Merseburg, oder warum die Spremberger Kirche gegenüber anderen Kirchen in der Niederlausitz, wie etwa die Cottbuser, Forster oder andere nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, oder welche Restaurierungen noch anstehen alle Fragen beantwortet Manfred Ihle.

Die Ausstellung kann dienstags bis samstags von 10 bis 12 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um eine Spende gebeten, um weitere Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten finanzieren zu können.

Detlef Bogott

Lausitzer Rundschau vom 05. Juni 2009

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