Berliner Kollekte zugunsten der Dorfkirche

Berliner Kollekte zugunsten der Dorfkirche 

Neulietzegöricke (sg) Das breite Engagement der Neulietzegöricker für ihre Kirche schlägt Wellen, die bis nach Berlin reichen. Jetzt machte ein ganzer Bus der Evangelischen Kirchengemeinde Heilig-Kreuz-Passion aus Berlin-Kreuzberg mit 50 Personen an Bord im ältesten Kolonistendorf des Oderbruchs Halt. Der Ausflug der Berliner sei von langer Hand geplant gewesen, berichtet Peter Förster. Der Neulietzegöricker und seine Frau haben die Aktion "offene Kirche" ins Leben gerufen und engagieren sich tatkräftig, um Spenden für die Sanierung der Kirche zu erhalten. Im August hatte eine Delegation der Gemeinde Neulietzegöricke aufgesucht und entschieden, dass das Dorf als Ziel für den Ausflug geeignet sei.

Als der Bus das Dorf erreichte, besichtigten die Besucher zuerst die Kirche. Reinhard Hoffmann, Kantor im Ruhestand der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz-Passion, habe sich an die Dinse-Orgel gesetzt und angefangen zu spielen, dass den Zuhörern das Herz aufging, berichtete Peter Förster. Danach erläuterte er den Besuchern die Geschichte des Ortes und der Kirche. Anschließend spazierten die Besucher zum Vierseitenhof der Familie Borkenhagen, um in der Scheune bei Kaffee und Kuchen den Klängen des Bläserchors der Evangelischen Kirchengemeinde Altglietzen zu lauschen. Der Kontakt zur Berliner Gemeinde war über die dortige Pfarrerin Kathrin Herrmann zustande gekommen.

Die Berliner Gäste hatten die Kuchen aus dem Feldbackofen des Ortes genossen. "Viele Hauptstädter wissen doch gar nicht mehr, wie richtiger Blechkuchen schmeckt", erzählt Peter Förster, der auch aus Berlin stammt.

Seit der Diplom-Ingenieur in den Ruhestand getreten ist, haben er und seine Frau den Wohnsitz in Berlin aufgegeben und sind nach Ferdinandshof gezogen. Dagmar Apel, Pfarrerin der Heilig-Kreuz-Passion, bekam zum Abschied ein Foto vom Kanzelaltar der Neulietzegöricker Kirche mit. Peter Starck, ebenfalls Pfarrer der Kreuzberger Gemeinde, habe die "unermessliche Fantasie" gelobt, die er vorgefunden habe.

Bevor sie in den Bus stiegen, der sie nach zweieinhalb Stunden Aufenthalt zurück nach Berlin bringen sollte, versprachen sie, in der Berliner Gemeinde eine Kollekte zugunsten des Neulietzegöricker Gotteshauses anschieben zu wollen.

Im Rahmen der Veranstaltung überreichte Peter Förster 1800 Euro an Pfarrer Hans-Peter Nitsch. Das Geld stammt allein aus der Aktion "offene Kirche".

Märkische Oderzeitung vom 21. September 2009

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