Therapie für die Kirche

Ogrosen Der "Patient" Kirchengebäude Ogrosen befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die Sanierung am Turm ist soweit vorangeschritten, dass der teilweise Rückbau der Baurüstung erfolgen kann.

Therapie für die Kirche 
Fachsimpelei im Turm: Um sich über den Sanierungsstand zu informieren, kletterten Hans Schumacher (Ortsvorsteher), Frank Thiede (Vorsitzender des Heimatvereins), Johannes Schmidt (betrieblicher Bauleiter), Stephan Magirius (Pfarrer), Marian Bernacki (Vorarbeiter) und Wolfgang Schwarz (Planer, v. l.) über 70 Treppenstufen hinauf zum Glockenstuhl.
Foto: Uwe Hegewald

Für die Grundierung und das Anstreichen des achteckigen Kirchturmkopfes hoffen die Restauratoren auf stabile Witterung. "Rund 90 Prozent der Turmfassade sind saniert, wir liegen im Plan", informiert Bauleiter und -planer Wolfgang Schwarz. Diplom-Restauratorin Anke Höchel wird auf Spurensuche nach früheren Fassadenanstrichen gehen und danach Vorschläge für die Farbwahl des Neuanstrichs unterbreiten. Im Inneren des Turmes haben die Bauleute so manchen Stein neu verlegen müssen. "Schon beim Frei stemmen haben wir gemerkt, wie porös das Mauerwerk an manchen Stellen ist. Mitunter konnten Ziegel mit der bloßen Hand entfernt werden", so Vorarbeiter Marian Bernacki. Bauleiter Johannes Schmidt sagt: "Dass auch der Schwamm dem Gebäude zugesetzt hat, wussten wir. Das ganze Ausmaß ist jedoch erst nach dem Freilegen der befallenen Bauteile sichtbar geworden." So mussten marode Kanthölzer ausgewechselt werden, von denen einzelne bis auf Brettstärke geschrumpft sind.

Die für den ersten Bauabschnitt (Turmsanierung) veranschlagten Mittel stammen ausschließlich aus Spendengeldern, betont Christel Paulick von der Kirchengemeinde. Sie und viele Mitbewohner empfehlen, jetzt nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben: Eine Erneuerung des Glockenstuhls und der nach dem Ersten Weltkrieg eingebauten Glocken wäre gut. "Wir sind jetzt einmal am Werkeln und sollten das durchziehen, um lange Zeit Ruhe zu haben", sagt Christel Paulick. Bauplaner Wolfgang Schwarz hat inzwischen Kontakt zu einem Glockensachverständigen aufgenommen. Rüstung und Lastenkran auf der Südseite des Turms blieben für nachfolgende Arbeiten an ihrem Platz.

Uwe Hegewald

Lausitzer Rundschau vom 03. Oktober 2009

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