RELIGION: 888 Tage Pause

In der sanierten Johanniskirche soll am 1. November wieder ein Gottesdienst ausgerichtet werden

LUCKENWALDE - Nach zweieinhalbjähriger Bautätigkeit ist ein Ende in Sicht. "Genau 888 Tage hatten sich die fünfhundert Jahre alten Skulpturen aus dem Staub gemacht nun kehren sie in ein liebevoll instand gesetztes Gotteshaus zurück", formuliert es Pfarrer Detlev Riemer in der Einladung zum Eröffnungsgottesdienst.

Der Termin ist festgelegt. Nun gibt es kein Zurück. Und so ist bis zum Eröffnungsgottesdienst am 1. November noch einiges zu tun. Momentan sind die Bauleute dabei, die Gerüste abzumontieren. Die Restauratorin hat ihre Arbeit bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen. Maler und Tischler werden in den kommenden Tagen noch Hand anlegen. Die Bänke müssen an den Seiten lasiert werden und die neuen Lampen sind noch nicht angefertigt.

Pfarrer Riemer hatte sich zur Wiedereröffnung neben einer sauberen Kirche auch saubere Orgeltöne gewünscht. Doch daraus wird nichts. Die Orgel wird erst nach dem feierlichen Gottesdienst überholt. Und so muss Organistin Hanna-Maria Hüttner zusehen, wie sie das Beste aus dem Instrument herausholt, das seit zwei Jahren mit Planen abgedeckt im Gotteshaus steht. "Vielleicht erleben wir ja eine Pfeife im Dauerton", befürchtet Pfarrer Detlev Riemer. "Zur größten Not müsste aufs Keyboard ausgewichen werden", sagt der Pfarrer.

Die Unsicherheit um die Orgel ist auch der Grund dafür, dass es zur Wiedereröffnung kein Orgelkonzert geben wird. Dafür ist festliche Bläsermusik aus mehreren Jahrhunderten mit den Potsdamer Turmbläsern vorgesehen. Pfarrer Riemer hat auch eine Einladung an den Bundespräsidenten Horst Köhler geschickt. "Ich hatte erfahren, dass er im Frühjahr, als er in Luckenwalde war, die Baustelle besichtigen wollte. Da dies nicht geklappt hat, habe ich ihn jetzt zum Eröffnungsgottesdienst in die renovierte Kirche eingeladen", erzählt Riemer. Wobei der Pfarrer anfügt: "Natürlich besteht für den Bundespräsidenten auch sonst jederzeit die Möglichkeit die Johanniskirche zu besichtigen."

Architekt Matthias Reckers ist zufrieden. "Wir haben aus einer geplanten Teilsanierung im Innenraum fast eine Komplettsanierung machen können", sagt er. (Von Margrit Hahn)

Märkische Allgemeine vom 07. Oktober 2009

   Zur Artikelübersicht