SANIERUNG: Dritter Abschnitt ist der teuerste

Dach der Neustädter Kreuzkirche wird komplett neu eingedeckt

NEUSTADT - Es ist der umfangreichste Bauabschnitt, der an der Kreuzkirche in Neustadt eingeläutet wurde. Das Baugerüst war gestern zwar noch nicht ganz komplett, dennoch wird schon gearbeitet. Das ist auch wichtig, denn die Arbeiten sind vom Wetter abhängig. Solange es trocken bleibt, können die Firmen einiges schaffen und die Dachsanierung kommt zügig voran. Das gesamte Schieferdach muss abgedeckt werden. Kommen darunter verfaulte Unterschalbretter zum Vorschein, müssen diese ausgetauscht werden. "Bisher sieht es besser aus, als wir es uns gedacht haben", so Architektin Barbara Biehler vom Berliner Büro "Trecase", Mücklausch und Biehler. "Ich hatte mit mehr Problemen gerechnet", fügt die Architektin an. Sie ist einmal in der Woche in Neustadt zur Baubesprechung. Gestern war so ein Termin.

Etwa 750 Quadratmeter Schiefer müssen abgedeckt werden. Da die Platten sehr klein sind und schon Löcher haben, können sie nicht wieder verwendet werden. "Der neue Schiefer ist aber schon bestellt", so Pfarrerin Michaela Fröhling. Sie hat schon den ersten und zweiten Bauabschnitt an der Kirche betreut und freut sich, dass sie nun auch beim dritten dabei sein kann.

Neben der Neueindeckung stehen Arbeiten am Dachstuhl an. So müssen unter anderem Dachsparren ausgetauscht werden. Auch im Glockenstuhl wird es eine Veränderung geben. Sie soll dafür sorgen, dass das Geläut besser hängt und somit auch besser klingt. So beschreibt es Edmund Bublitz, Vorsitzender des Fördervereins Kreuzkirche Neustadt.

Der letzte Bauabschnitt an der Kirche ist nicht nur der umfangreichste, sondern auch der kostspieligste. Etwa 310 000 Euro werden investiert. Gut 160 000 Euro und damit die größte Summe sind Fördermittel, die über den Leader-Verein beantragt wurden. 105 000 Euro kamen von der Landeskirche. Geld gab es aber auch vom Landkreis OPR, vom Wirtschaftsministerium, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, von der Brandenburgischen Stadterneuerung und von der Stiftung "Kirche und Bauen". Selbstverständlich war auch ein Eigenanteil der Kirchengemeinde nötig. Sie hat für alle drei Abschnitte insgesamt über 30 000 Euro aufgebracht. "Das ist für eine kleine Gemeinde mit etwa 350 Kirchenmitgliedern eine große Leistung", lobt Pfarrerin Michaela Fröhling. Das Geld kam bei Veranstaltungen, durch zum Teil hohe private Spenden, aber auch aus der Baurücklage und über den Förderverein zusammen. "Sogar die Köritzer haben gespendet", freute sich die Pfarrerin. Mit den gut 200 000 Euro, die schon im ersten und zweiten Abschnitt investiert wurden, ist eine gute halbe Million Euro in die Kirchensanierung geflossen.

Alle Beteiligten rechnen damit, dass die Arbeiten im Frühjahr abgeschlossen sein könnten. Dann soll es eine Einweihungsfeier geben. Der Baubeginn war ursprünglich schon im Mai geplant. Jedoch kam die Zusage für die Fördermittel erst Anfang Oktober. (Von Sandra Bels)

Märkische Allgemeine vom 14. Oktober 2009

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