KIRCHE: Kosten höher als gedacht

Bilanz des Vereins "Siethener Dorfkirche" mit Licht und Schatten

SIETHEN - Erste Schätzungen der Kosten für die Erneuerung der maroden Balken, des Schieferdaches und die Einrüstung des Turms der Siethener Dorfkirche hatten die stolze Summe von rund 125 000 Euro ergeben. Um Fördermittel zu erhalten, benötigte man jedoch eine exakte Angebotsermittlung. Das Ergebnis war ernüchternd: Gut 200 000 Euro, also 75 000 Euro mehr als ursprünglich angenommen, würden die Sanierungsarbeiten kosten. Ein herber Schlag für den Förderverein, doch gibt es für die Vorsitzende Yvonne Wendtland auch Positives zu berichten. So haben die Stadt Ludwigsfelde, die Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse sowie die Kirchengemeinde Siethen ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Weitere Hilfe ist von der Landeskirche und vom Kirchenkreis angedacht. Durch verschiedene Aktivitäten konnte der Förderverein bereits 12 500 Euro aus Spenden sammeln. "Dafür ein herzliches Dankeschön an alle, die bisher gespendet und die bei den Veranstaltungen geholfen haben", so Wendtland gegenüber der MAZ.

Die erste Rechnung flatterte für ein Holzschutzgutachten für die Turmsanierung ins Haus. Dank des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat sich eine Verbindung zum Lions-Förderverein mit Sitz in Darmstadt entwickelt. Die Mitglieder dieses Vereins haben kurzfristig zugestimmt, die Turmsanierung mit 2000 Euro zu unterstützen. Unbürokratisch und schnell übernahmen sie die erste Abschlagssumme des Holzschutzgutachtens. Die Restsumme zirka 1300 Euro überwies die Landeskirche.

Über die Geldgabe des Lions-Fördervereins ist man in Siethen sehr dankbar. Einerseits, weil dies der Erhaltung der Kulturgüter dient und andererseits, weil damit die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Siethener Fördervereins anerkannt wird.

Bei einem Besuch von Mitgliedern des Lions-Fördervereins in der Siethener Kirche konnten diese sich ein Bild von der Notwendigkeit der Sanierung des Turmes machen. Gleichzeitig sahen sie aber auch, dass es sich um ein Kirchenkleinod handelt, das es zu erhalten lohnt, wie auch der in den 1990er Jahren restaurierte Innenraum zeigt. Unterstützung dafür ist nach wie vor willkommen und notwendig. (Von Mike Jentsch)

Märkische Allgemeine vom 19. Oktober 2009

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