Reparaturen nach Blitzeinschlag auf Jetscher Kirchturm fast beendet

Jetsch Kräftiges Hämmern, Sägen und Klopfen ist in den vergangenen Tagen vom Jetscher Kirchturm zu hören gewesen. Die Holzkonstruktion der Turmspitze wurde erneuert und bekommt demnächst eine neue Zinkblechverkleidung.

Handwerker auf dem Jetscher Kirchturm 
Die Zimmerer Detlef Guth und Dieter Nachtigall (v.l.) auf dem Kirchturm.
Foto: Birgit Keilbach

Beides war durch einen Brand infolge eines Blitzeinschlages am 2. Juli in Mitleidenschaft gezogen worden. Weniger auffällig vollzog sich am Kirchenschiff ein anderes Vorhaben der Kirchengemeinde die Restaurierung der historischen Kirchenfenster.

Maßarbeit gefragt

Das Herzstück der hölzernen Turmkonstruktion ist 6,20 Meter lang und heißt Kaiserstiel. Ihn setzen die Zimmerleute am Donnerstag zuerst in den erhalten gebliebenen Teil des Holztragwerkes ein. Er ist aus einem Kiefernstamm gefertigt und im unteren Teil quadratisch zugeschnitten, im oberen Teil achteckig, wobei jede Kante 16 Zentimeter breit ist. "Daran müssen die Spitzen der acht Gratsparren exakt anliegen", erklärt Zimmermann Detlef Guth.

Genau passen muss der Anschluss von alten und neuen Teilen. Deshalb wird jedes der acht vorgefertigten Stücke vor Ort zugeschnitten. Mit Wasserwaage, Hammer, Schraubzwinge, Handkreissäge und Motorkettensäge arbeiten sich Detlef Guth sowie Dieter und Günter Nachtigall von der Zimmerei Walter in Golßen Stück für Stück voran.

Vom Brand in der Holzkonstruktion der Turmspitze sei die Statik des Turmes betroffen gewesen, erklärt Tilman Dorn vom beauftragten Planungsbüro "Tricase" aus Berlin. "Der Kaiserstiel, das zentrale Bauteil des Turmes, musste komplett ersetzt werden, denn daran setzt die gesamte Holzkonstruktion an."

Deshalb sei auch ein Bauantrag für die Erneuerung erforderlich gewesen, sagt der Fachmann. Übereinstimmung habe mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des LDS-Kreises darüber bestanden, dass die Konstruktion in traditioneller Bauweise ausgeführt wird. Somit sei für den Ersatz der verkohlten Holzteile nur Vollholz zu verwenden, keine Leimholz-Materialen.

10 000 Euro für Fenster

Voraussichtlich in zwei Wochen sollen die Reparaturarbeiten komplett abgeschlossen sein.

Bis dahin soll auch die Elektroanlage in der Kirche erneuert sein, ergänzt Pfarrer Martin Nikolitsch aus Golßen, zu dessen Pfarrsprengel die Jetscher Kirchengemeinde gehört. Auch die Blitzschutzanlage sei schon montiert.

Ein schon länger geplantes Vorhaben sei im Sommer dieses Jahres außerdem realisiert worden. Insgesamt 13 Fenster habe eine Fachfirma aus Finsterwalde denkmalschutzgerecht aufgearbeitet und wieder eingesetzt. "Alle originalen Scheiben blieben erhalten und die fehlenden wurden mit mundgeblasenem Fensterglas ersetzt, wie es im 13. und 14. Jahrhundert verwendet wurde", ergänzt er.

Rund 10 500 Euro seien investiert worden, wofür die Kirchengemeinde finanzielle Unterstützung von der Landeskirche Berlin-Brandenburg, dem Kirchenkreis Lübben, dem Förderkreis "Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz" und dem Landkreis Dahme-Spreewald erhalten habe, so der Pfarrer.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 03. November 2009

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