KIRCHE: Orgel ist wieder da

Nach der Restaurierung in Leer wird das Instrument gegenwärtig aufgebaut: Innen neu, außen alt

Friedemann Seitz gestern beim Orgelaufbau  
Friedemann Seitz gestern beim Orgelaufbau. Er kam mit drei Kollegen aus Leer.
Foto: MAZ

KÖNIGS WUSTERHAUSEN - Die Pfeifen liegen noch in großen Kisten bereit. Fein säuberlich verpackt. Doch das Orgelgehäuse ist an diesem Mittwochvormittag schon fast vollständig aufgebaut. Orgelbauer Friedemann Seitz bringt gerade die Verzierungen an. Und Norbert Stark vom Gemeindekirchenrat schaut begeistert zu. "Schön sieht sie aus", meint er. Und ist irgendwie gerührt.

Mit dem Aufstellen des Instrumentes geht ein Kapitel zu Ende, das vor mehr als 20 Jahren bgonnen hat. "Schon zu DDR-Zeiten haben wir angefangen, Geld für die Orgel zu sammeln", erinnert sich Stark. Anfangs war an eine Restaurierung gedacht. Später war klar, dass ein "Rumgebastle" nicht viel bringe. Die Orgelpfeifen waren hinüber. So entschloss man sich, ein neues Instrument bauen zu lassen, das aber ins 300 Jahre alte Orgelgehäuse eingepasst wird. Und sie sollte den ursprünglichen barocken Klang wieder bekommen. "Den hat sie auch erhalten" versichert Friedemann Seitz, der die neue Orgel schon gehört hat. In der Spezial-Werkstatt von Hendrik Ahrend im ostfriesischen Leer, wo sie gebaut wurde, ist sie vor ihrer Reise nach Königs Wusterhausen schon mal getestet worden. Die 1026 Pfeifen haben wunderbar harmoniert, meint der Fachmann. "Es sind ein paar mehr als vorher geworden", so Seitz. Das war nötig, um den besonderen Klang zu bekommen. Auch die Anordnung wurde verändert. Von den alten Pfeifen stehen noch ein paar restliche aus Holz im Gotteshaus. Der größte Teil von insgesamt 800 ist verkauft worden an Bürger, die sich ein Erinnerungsstück holten und damit den Bau der neuen Orgel unterstützten. Die Spendenbereitschaft war groß. "Auch Leute, die sonst kaum in die Kirche gehen, haben etwas beigesteuert", erzählt Norbert Stark. Das hat ihn sehr beeindruckt. In der Orgelfestwoche vom 17. bis 23. Januar wird man ihnen mit Konzerten Danke sagen können. Noch vor Weihnachten kommt Orgelbauer Hendrik Ahrend, um das Instrument mit den 1,5 Zentimeter bis 2,40 Meter langen Pfeifen einzustimmen. Zu den Festgottesdiensten wird das historische Stück aber wahrscheinlich verhüllt sein. "Es soll doch eine Überraschung werden bei der Einweihung im Januar", sagt Norbert Stark. (Von Liane Stephan)

Märkische Allgemeine vom 10. Dezember 2009

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