BAUARBEITEN: Der Schwamm ist weg

Dach der Christdorfer Kirche saniert und Kupferdachrinne angebracht

CHRISTDORF - Unübersehbar waren die Bauarbeiten zur Schwammsanierung seit September an der Christdorfer Kirche. Zur Bauabnahme trafen sich kürzlich Vertreter der Kirchengemeinde Christdorf, des Ingenieurbüros, der beteiligten Baubetriebe und der Bauaufsicht des Landkreises, um festzustellen, dass die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Man sah zufriedene Gesichter angesichts des Erreichten. "Jetzt haben wir erst einmal zu tun, die Kirche zu säubern und für die Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahreswechsel vorzubereiten", sagte GKR-Vorsitzender Roland Kissmann.

Zwar hatten Anfang der 1990er Jahre schon einige Bauarbeiten stattgefunden, dennoch war es immer wieder zu Schwammbefall im Traufbereich der Kirche gekommen. Die Mitglieder des vor zwei Jahren gewählten Gemeindekirchenrates mit dessen Vorsitzendem Roland Kissmann waren jedoch zuversichtlich, dass sie die notwendigen Verbündeten finden, mit denen gemeinsam die anstehenden Sanierungsaufgaben angepackt werden könnte. Immerhin handelt es sich bei der Christdorfer Kirche nicht nur um den Gottesdienstraum der Kirchengemeinde, sondern auch um ein Baudenkmal von überregionaler Bedeutung.

Kein geringerer als der preußische Oberlandesbaudirektor Friedrich August Stüler (1800-1865) hatte für die 1837 vollendete Kirche den Entwurf geliefert. Sie gilt als die kleinere Schwester der in derselben Zeit erbauten Kirche St. Peter und Paul in Nikolskoe zwischen Berlin un d Potsdam.

Die Suche nach Verbündeten war erfolgreich. Die Stiftung zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler (Kiba) in Hannover, die Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin halfen der Kirchengemeinde, die allein die Mittel nicht hätte aufbringen können.

Mit den nun stattgefundenen Arbeiten unter Leitung des in Sanierungen von Baudenkmalen erfahrene Ingenieurbüros für Baustatik und Sanierungsplanung (ibs) Dahlwitz-Hoppegarten wurde dem Schwamm endgültig der Garaus gemacht. Zwei Prenzlauer Firmen hatten den Zuschlag bekommen und innerhalb der Schwammsanierung Balken ersetzt, die Apsis mit Biberschwanz-Ziegeln neu gedeckt und weitere Dachreparaturen einschließlich der Anbringung von Zinkblechfalzen vorgenommen. Daneben gab es Verfugungsarbeiten im betroffenen Bauabschnitt. Und auch die zunächst nicht vorgesehene, vom Gemeindekirchenrat aber schon lange geforderte Kupferdachrinne wurde in diesem Zusammenhang angebracht.

Roland Kissmann: "Wir müssen alles daran setzen, dass es weiter geht." Zwei große Bauabschnitte stehen im Rahmen der Gesamtsanierung des Gotteshauses noch aus, die Fassadensanierung des Kirchenschiffes und die Instandsetzung der Turmfassade einschließlich der Schalluken, Fenster und der Eingangstür. Erst später ist an die Restaurierung des Innenraumes und der schon längere Zeit nicht mehr spielbaren Lütkemüller-Orgel zu denken.

Vielleicht so hoffen die Christdorfer gibt es ja für die nächsten großen Bauabschnitte weitere Förderer, die ins Boot genommen werden können. Bei einem Vorortbesuch zeigte sich beispielsweise der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann, als kommunales Oberhaupt auch für Christdorf zuständig, an dem Baudenkmal interessiert und versprach zu prüfen, ob auch die Stadt helfen könne.

Derzeit aber sind erst einmal die Christdorfer selbst dabei, ihrer Kirchengemeinde finanziell unter die Arme zu greifen. Ein Informationsschreiben des Gemeindekirchenrates über die Notwendigkeit dazu ging kürzlich an alle Haushalte. Die ersten Spenden ließen nicht lange auf sich warten.

Wer sich an der Hilfe für die Christdorfer Kirche beteiligen möchte, kann spenden aufs Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Christdorf, Konto 1567110016, KD-Bank Dortmund, BLZ 35060190. Spendenbescheinigungen werden erstellt. (Von Margitta Schirge)

Märkische Allgemeine vom 18. Dezember 2009

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