Arbeiten zur Sicherung der Kirche in Tempelberg

Von Hans-Georg Wackwitz

Tempelberg (MOZ) Auf ein erfolgreiches Jahr kann der der Verein Förderkreis der Tempelberger Kirche zurückblicken. Wie Vereinschefin Kerstin Hellmich gegenüber der MOZ erklärte, wurden 2009 die entscheidenden Weichen für die Sanierung der wunderschönen Dorfkirche gestellt.

Immerhin findet die Feldsteinkirche, die die prägende Dominante des 200-Seelen-Ortes ist, der eng mit der Geschichte der Tempelritter verknüpft ist, die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1244. Dieses Kleinod soll erhalten und gemeinsam mit der evangelischen Kirche für die Nachwelt bewahrt werden. Nunmehr ist das Geld da, um mit der Sanierung des Kirchengebäudes starten zu können. Allein der Verein hat dafür bis dato etwa 20 600 Euro gesammelt. Für die 20 Mitglieder, die sich ehrenamtlich für den Erhalt der Kirche einsetzen, ist das ein sehr achtbares Ergebnis.

Inzwischen haben die Vorarbeiten begonnen, wie Kerstin Hellmich berichtet. Den Anfang machten archäologische Sondierungen. Dabei gab es bereits erste Überraschungen. Unter und neben der sogenannten Patronatsloge wurden Gruften entdecken, deren Inhalt noch nicht geklärt ist.

Die Patronatsloge wurden in späteren Jahrhunderten dem Kirchengebäude zugefügt. Hier saß zu den Gottesdiensten die sogenannte Herrschaft über Dorf und Ländereien. Weil dieser Anbau im Laufe der Jahre sehr brüchig geworden ist, muss auch er saniert werden und zudem gibt es bei den entdeckten Gruften Klärungsbedarf.

Das Hauptaugenmerk bei der Tempelberger Kirchensanierung liegt auf der Stabilisierung des Kirchturms. Wie Kerstin Hellmich weiter berichtet, wurde zu DDR-Zeiten der Glockenstuhl mit Stahlstreben verstärkt, die im Mauerwerk des Kirchturmes verankert wurden. Diese Lösung erweist sich nunmehr für die Standfestigkeit des Kirchturms als sehr kritisch. Schon heute sind die Risse im Mauerwerk kaum zu übersehen. Im kommenden Jahr sollen deshalb die entsprechenden Sanierungsarbeiten beginnen. Ein neuer Glockenstuhl aus Holz könnte das Problem beseitigen.

Der Freundeskreis der Tempelberger Kirche hat also noch einiges vor, um zu helfen, die Finanzierung der künftigen Arbeiten auf die Beine zu stellen. Dafür liegen, dank des Engagements der Mitglieder, entsprechende Erfahrungen vor.

So war die Inszenierung von Kleists Kohlhaas in Tempelberg ein voller Erfolg. Viele Bürger der 200-Seelen-Gemeinde haben gemeinsam mit den Profis der Berliner Theatertruppe "Grotest Maru" ihren Kohlhaas auf die Beine gestellt und 1500 Zuschauer in das kleine Tempelberg gezogen, worauf alle Beteiligten stolz sein können.

Märkische Oderzeitung vom 19. Dezember 2009

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