Mit 1000 Euro hat Spendenaktion für Hornower Glocke begonnen

Hornow In Hornow soll in absehbarer Zeit wieder der Dreiklang der Friedensglocken zu hören sein. Doch dazu fehlt eine Glocke im Kirchenturm der im 13. Jahrhundert erbauten St. Martinkirche.

 
Die beiden verblieben Glocken in der Hornower Kirche.
Fotos: Bogott

Sie war im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke eingeschmolzen worden. Jetzt hat der Kirchenrat eine Spendenaktion initiiert, um eine neue Glocke gießen lassen zu können. Am Heiligabend ist der Anfang dafür gemacht worden (die RUNDSCHAU berichtete).

"Über 1000 Euro sind zusammengekommen", sagt Renate Hendrischk (70), Mitglied des Kirchenrates. Gebraucht würden mehr als 20 000 Euro für die neue Glocke. Renate Hendrischk ist davon überzeugt, dass das Geld zusammenkommt. Die Kirche habe man ja auch wieder restaurieren können. Sie sagt: "In den 1970er Jahren war die Kirche baupolizeilich gesperrt. Nach und nach wurde sie restauriert. Heute kann sich unsere Kirche in einem guten Zustand präsentieren."

Zeitweise war der Kirchenturm sogar mit vier Glocken bestückt. "Bis zum Jahr 1902 hingen drei Glocken auf einem hölzernen Glockenstuhl neben der Kirche", erzählt Renate Hendrischk. Dann seien sie auf den neu erbauten Kirchturm gebracht und mit einer vierten kleineren Glocke komplettiert worden. Die Glocken hätten nur bis zum Jahr 1917 geläutet. "Dann wurden zwei Glocken als Rüstungsreserve an das Gaswerk der Stadt Spremberg gegeben, von wo aus sie ihren Weg in die Rüstungsindustrie nahmen", erzählt Renate Hendrischk. Ab dem Jahr 1928 hätten sich die Hornower aufgerafft und mit Glockenabenden und Wohltätigkeitsfesten Geld für eine große Glocke gesammelt. Am 8. September des Jahres 1932 sei die Glocke geliefert worden, doch die letzte Ratenzahlung erfolgte erst sechs Jahre später. Am 5. Februar des Jahres 1942 wurden die kleine und die große Glocke abgenommen. Renate Hendrischk: "Über Jahre hinweg tönte nur noch der einsame Klang der letzten verbliebenen Glocke über das Dorf." Im Glockenlager Oranienburg hat sich die kleine Glocke im Jahr 1948 wieder angefunden. "Die große Glocke ist wohl umgeschmiedet worden", sagt Renate Hendrischk und hofft auf den neuen Glockenguss. kg

Spenden können eingezahlt werden auf das Konto: Ev. KKV N/L, Kto.-Nr. 77 88 00, BLZ: 100 602 37 (EDG Kiel), Rechbtrg.-Nr. 7162, Verwendungszweck: Glocke

Lausitzer Rundschau vom 06. Januar 2010

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