DENKMALSCHUTZ: Das Übel am Ostgiebel

Premnitzer Kirche muss dringend saniert werden / Gemeinde sammelt Spenden

PREMNITZ - So reparaturbedürftig sieht die Kirche der Evangelischen Gemeinde Premnitz von außen gar nicht aus. Das gibt Pfarrer Michael Frohnert gerne zu. Doch lasse die Wand hinter der Kanzel, die sich immer mehr ins Graue verfärbt, durchaus erkennen, dass wohl mit dem Dach irgend etwas nicht stimmt. Das größte Übel befindet sich am Ostgiebel.

"Der Dachstuhl in der Nähe des Ostgiebels muss erneuert werden", sagt Erhard Löser, der zuständige Bauingenieur. Er hat eine Bestandsaufnahme der Schäden gemacht und vorgeschlagen, was alles getan werden soll: Das gesamte Dach müsse neu gedeckt werden. Die Dachentwässerung funktioniere nicht und auch der Blitzschutz sei den heutigen Forderungen entsprechend zu gestalten. Nicht zuletzt müsste das Sockelmauerwerk neu verfugt und grundsätzlich saniert werden bis zu 40 Zentimeter tief in die Erde hinein.

Das Schiff der Kirche stammt aus dem Jahr 1857. Der Turm ist 1756 fertiggestellt worden. Natürlich hat es immer mal verschiedene Reparaturen gegeben. "Wir wollen nur das Nötigste machen lassen", sagt Pfarrer Michael Frohnert. Die Kostenermittlung dafür habe 105 000 Euro ergeben, teilt er mit und bekennt: "Die Kirchengemeinde hat das Geld dafür nicht." Deshalb wolle man nun verstärkt in die Öffentlichkeit gehen und um Spenden werben. Zehn Prozent, so laute das Ziel, wolle die Gemeinde als Eigenanteil aufbringen. Sei dieses Geld beisammen, könne man sich bei verschiedenen Stellen um Fördermittel bewerben.

Eine Dachstein-Spendenaktion gibt es für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow ja schon, deshalb haben sich die Premnitzer etwas anderes ausgedacht. Bei ihnen können symbolisch kleine hölzerne "Mauersteine" erworben werden, um das Spendensäckchen zu füllen. Ein Stein kostet 8,50 Euro, ein doppelter Stein ist für 17 Euro zu haben. Im Gemeindehaus "Arche" wird aus den bereits bezahlten Klötzchen eine Nachbildung der Kirche gebaut. 3500 Euro sind schon zusammen. Das Modell ist so konzipiert, dass es beim Erreichen der gewünschten Spendensumme von 10 000 Euro fertig sein wird.

"Es ist nicht unrealistisch", sagt Pfarrer Frohnert, "wenn wir davon ausgehen, den Bau in diesem Jahr zu schaffen." Doch die entsprechenden Förderanträge an diverse Institutionen könne man natürlich erst stellen, wenn der Eigenanteil beisammen sei. (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 30. Januar 2010

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