Fördermittel auch 2010 wieder vakant

Von Gabriele Rataj

 
Musikgruppe aus Peru, Auftritt am 13. Februar 2010 in der Wesendahler Dorfkirche zu einer Veranstaltung des Födervereins Dorfkirche Wesendahl

Altlandsberg (MOZ) Der Zeitplan ist ebenso abgestimmt wie der voraussichtliche Bauablauf. Auch die Baugenehmigung liegt vor. "Bis Ende März erwarten wir die Fördermittelzusage vom Land, einen Monat später könnte das Geld bereitstehen. Dann können wir die Aufträge an die Gewerke auslösen", sagte Klaus Schaffrick, der als Architekt den Wiederaufbau der Wesendahler Kirche begleitet. Den "kopflosen" Turm wieder herzustellen, ist die letzte große Herausforderung für den Förderverein Kirche Wesendahl.

Wenn auch alles ganz knapp gestrickt ist, so sollte es nach wiederholtem Aufschub im Vorjahr doch 2010 mit der Turmsanierung endlich ernst werden - nach eineinhalb Jahren Kampf. "Zum Kirchturmfest am zweiten September-Wochenende wollen wir den Abschluss feiern", zeigte sich Uwe Sack, der Vorsitzende des Fördervereins, zuversichtlich.

Aufgenommen in die LEADER-Projekt-Liste durch die Stadt Altlandsberg, nach Prüfungen durch die zuständigen Gremien und sich hinziehender Bearbeitungszeit der genehmigenden Behörden mit diversen Nachreichungen schienen die Weichen endgültig gestellt.

Am Sonnabend war die Welt der Fördervereins-Mitglieder daher noch in Ordnung. Wieder einmal hatten sie zu einer interessanten Veranstaltung ins Gotteshaus eingeladen. Wieder einmal waren dieser zahlreiche Freunde und Gäste gefolgt, die mit ihrem Besuch stets auch das Geldsäckel des Vereins zwecks endgültiger Sanierung füllen wollen.

Vereinsvorsitzender Sack berichtete in Wort und Bild von den "Erben der Inkas", seiner Reise nach Südamerika, und zog dabei Parallelen zwischen den Kulturen und Konfessionen und den Zeiten. Dazu entlockten drei peruanische Musiker Gitarre, Quena und Zampo ñ a elektrisierende lateinamerikanische Klänge.

Die Ehefrauen der Reiseteilnehmer hatten Kuchen gebacken, unverzichtbare Wesendahler Akteure wie Walther Böhm, Bernhard Jankowski oder Hans-Joachim Beier draußen im Schnee Würste gebraten und Getränke ausgeschenkt. Auch Pfarrer Johannes Menard stand wie stets bei den Veranstaltungen dem Verein an der Seite und so manche Münze klingelte später in der Kirchenmodell-Sparbüchse.

Zwei Tage später ist die Freude der Akteure deutlich gebremst. Die Förderung sei für dieses Jahr wieder in Frage gestellt, informiert Architekt Klaus Schaffrick am Telefon. Seit dem 9. Februar gebe es einen Bewilligungsstopp für dieses und andere Objekte aus dem Infrastrukturministerium. Damit könnte - mit Blick auf die enge Terminkette - das Vorhaben auch in diesem Jahr scheitern.

Die geprüfte Statik für die Turmkonstruktion steht noch aus, auf deren Grundlage erst die Zimmerer das Holz für den Dachstuhl ordern können (Bestellzeiten inbegriffen) und ohne die auch keine Bau-Freigabe erfolgen wird. So tritt man auf der Stelle, obwohl der Verein Gewehr bei Fuß steht.

Märkische Oderzeitung vom 18. Februar 2010

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