Handwerker putzen Kirche heraus

OGROSEN Was im vergangenen Jahr an der Ogrosener Kirche (Dorfkirche des Monats Februar 2007) wegen des Wintereinbruchs nicht geschafft wurde, holen Handwerker in den kommenden Wochen und Monaten nach. Damit wollen sie den zweiten Bauabschnitt beenden, für den insgesamt Kosten in Höhe von 187 000 Euro eingeplant sind.

   
Bauberatung an der Kirche Ogrosen. Die letzten Arbeiten des zweiten Bauabschnittes stehen an. Begutachtet wird hier das Fundament an der Kirche. Rings um das Gotteshaus soll eine Lehmschicht mit Gefälle angelegt werden, damit das Wasser abgeleitet werden kann. Schotterrasen soll das Wasser auffangen, damit es nicht die Fassade bespritzt. Diese soll etwa die gleiche Farbe wie der Turm bekommen.(li.)
Eine von vier Türen, die aufgearbeitet werden sollen.(re)
Fotos: H. Kuschy

Die Hüllensanierung der alten Ogrosener Dorfkirche ist weitgehend abgeschlossen. Handwerker warten bereits auf ihren nächsten Einsatz. Als Erstes sind die Fenster an der Reihe. Beschädigte Scheiben müssen durch neue ersetzt werden, die Holzsprossen sind nach den Auflagen des Denkmalschutzes zu streichen. Rings um die Kirche ist das Fundament freigelegt. Vom Sockel aus wird eine Lehmschicht mit Gefälle angelegt, damit das Wasser problemlos abgeleitet werden kann. Um die Kirche herum wird ein Gemisch von Naturschotter und Mutterboden ausgelegt, auf dem Rasen gesät wird. "Das soll verhindern, dass Niederschlagswasser nicht mehr hoch und an die Fassade spritzt", erläutert Wolfgang Schwarz, Bauleiter beim Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung in Hoppegarten.

Das noch ausgelegte Kleinpflaster an der Kirche, vermutlich aus den 1970er- beziehungsweise 1980er-Jahren, wird aufgenommen und für spätere Zwecke zwischengelagert. Befestigt werden noch die Zugänge zu den vier Türen des Gotteshauses. Geübte Handwerker einer Bochower Tischlerei sollen demnächst diese Türen samt Farbe aufarbeiten.

Angestrebt wird auch der dritte Bauabschnitt, der die gesamte Innenraumgestaltung umfasst. Wie Wolfgang Schwarz sagt, hätten Maurer Risse zu schließen und zu putzen. Das Gestühl sei aufzuarbeiten. Auch damit würde sich die Tischlerei in Bochow befassen. "Jedes Teil wird erhalten und nur das ersetzt, was fehlt oder beschädigt ist", sagt der Bauleiter. Die Wände, die Empore wie auch das Gestühl versehen Maler entsprechend dem restauratorischen Gutachten mit neuer Farbe. Die Bänke behalten ihre Nummerierung. "Das ist wichtig, weil es für viele Kirchgänger ideellen Wert hat", erläutert Christel Paulick von der Kirchengemeinde.

Die Elektroinstallation im Haus entspricht nicht mehr heute geltenden Vorschriften und wird demzufolge erneuert. Außerdem wird eine neue Wandbeleuchtung angebracht. Arbeit bekommen die Zimmerleute wegen Schwammbefalls noch auf der Empore. Auch die Treppen dort hinauf sind zu sanieren beziehungsweise zu erneuern.

Eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege analysiert gemeinsam mit Studenten, was auch von den Epitaphien im Gotteshaus erhalten werden kann.

Knapp 300 000 Euro sind bislang für die Turmrestaurierung und den zweiten Bauabschnitt ausgegeben beziehungsweise eingeplant. Viel Arbeit wartet noch in diesem Jahr. "Deshalb", so Christel Paulick, "wollen wir die Handwerker ungestört arbeiten lassen und haben zunächst keine weiteren Veranstaltungen in der Kirche vorgesehen".

Zum Thema:

Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart wird am Samstag, 28. Mai, 17 Uhr, in der Ogrosener Dorfkirche aufgeführt. Etwa 70 Künstler des Kammerorchesters und des Kammerchors der Musikschule des Oberspreewald-Lausitz-Kreises sowie des ökumenischen Kirchenchores Senftenberg unter der Leitung von Ulli Stein werden dieses Konzert bestreiten. Bereits ab 15.30 Uhr lädt die Kirchengemeinde Besucher wie Künstler zu einer großen Kaffeetafel in den Pfarrgarten ein.

Von Hannelore Kuschy

Lausitzer Rundschau vom 07. Mai 2011

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