Ausstellung über Brandenburgische Dorfkirchen an mehreren Orten in Württemberg

Gefährdete Schönheiten kosten viel Geld

 
Farbenprächtig: Dorfkirche in Waltersdorf.
Foto: privat

ESSLINGEN/TÜBINGEN/STUTTGART Manchmal werden Weisheiten ganz unmittelbar wahr: "Warum in die Ferne schweifen", fragt Johann Wolfgang Goethe und gibt die Antwort: "Sieh das Gute liegt so nah". Warum also ins ferne Brandenburg fahren? Ein ehrgeiziges Projekt macht jetzt Station in Württemberg. Bis zum 28. Juli in der Esslinger Franziskanerkirche danach vom 31. Juli bis 18. August in der Stiftskirche Tübingen und zum Ende der Sommerferien, vom 21. August bis 16. September in der Leonhardskirche in Stuttgart: Brandenburgische Dorfkirchen als "gefährdete Schönheiten" sind dort in einer Wanderausstellung zu sehen.

Goethe vergessen

Dabei kann man schon staunen, mit welchem Elan und Erfolg der "Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" seit 1990 arbeitet. Allein 2010 wurden mehr als 113 000 Euro für die bauliche Sanierung von Dorfkirchen im Nordosten Deutschlands ausgegeben. Insgesamt, so der Verein, sind seit der Gründung 200 Projekte mit rund 800 000 Euro gefördert worden. Einige davon finden sich in der Ausstellung. Mit der planmäßigen Kolonisation des Gebietes westlich der Oder im frühen Mittelalter bekam im Laufe der Zeit jedes Dorf eine Kirche. Jahrhundertelang wurden sie unterhalten und gepflegt von Patronatsherren. Heute mühen sich flächenmäßig riesige Kirchengemeinden um Turmsanierung, Hausschwammbekämpfung, Dächer, Mauern, Glocken, Fundamente. Wer durch die Ausstellung gegangen ist, wird wohl Goethe vergessen wollen und doch in die Ferne schweifen wollen, um die kleinen und großen offenkundig daliegend und versteckten Schätze in Malchow, Heinsdorf, Kantow, Kolkwitz, in Wassersuppe oder Kerkow selbst zu sehen.

Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 30/2011

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