Gefährdete Gotteshäuser

Eine Fotoausstellung in der Stiftskirche zeigt die Schönheit von Brandenburgs Dorfkirchen

 
Die Ausstellung "Gefährdete Schönheit" in der Stiftskirche Tübingen wird am kommenden Sonntag um 11.15 Uhr eröffnet.

Über alte, vom Verfall bedrohte Dorfkirchen in Brandenburg informiert eine Ausstellung vom morgigen Sonntag, 31. Juli, an in der Tübinger Stiftskirche.

Tübingen. Die Provinz Brandenburg hat viele Kunstschätze zu bieten. Drüber kann man sich vom morgigen Sonntag, 31. Juli, an in der Ausstellung "Gefährdete Schönheit" ein Bild machen. Das einstige Kolonialland Brandenburg wurde planmäßig mit Burgen, Schlössern, Klöstern und Siedlungen überzogen, von denen sich erstaunlich viel erhalten hat. Die Dörfer bewahren eine alte Kultur, die woanders längst "wegmodernisiert" worden ist. Durch die planmäßige Kolonisation erhielt jedes Dorf sein eigenes Gotteshaus.

Die Dörfer waren überwiegend im Besitz adliger Patronatsherren, welche die Kirchen, auch zum eigenen Ruhme, oft reichlich ausstatteten. Heute sind die verarmten und klein gewordenen Gemeinden jedoch mit ihrem reichen kulturellen Erbe überfordert, Landpfarrer kümmern sich um bis zu 15 Dörfer es bleibt weder Zeit noch Geld, um alle Dorfkirchen gleichzeitig zu erhalten und zu nutzen, zumal auch noch Kriegsschäden und Vernachlässigung im Sozialismus ausgeglichen werden müssen. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg macht mit dieser Ausstellung auf das Problem aufmerksam. Seine Mitglieder und Freunde haben seit der Wende schon manche verloren geglaubte Dorfkirche in Brandenburg retten können. Dabei wurden nicht nur die sakrale, sondern auch andere kulturelle Nutzungen ins Auge gefasst.

Diese Aktivitäten haben dem Förderkreis den Denkmalpflegepreis 2002 des Landes Brandenburg eingetragen. 2004 übernahm der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Schirmherrschaft. Die Ausstellung zeigt die Schönheit der Dorfkirchen Brandenburgs anhand großformatiger Fotos mit Erläuterungen und geht dabei ausführlich auf die bestehenden Probleme ein.

ST

Schwäbisches Tagblatt vom 30. Juli 2011

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