Alte Schönheiten bewahren und bewundern

Leonhardskirche Eine Ausstellung dokumentiert die Geschichte und Pflege von Sakralbauten.

Ungefähr so alt wie Stuttgart sind die Kirchen, deren Geschichte von Sonntag an in der Leonhardskirche präsentiert wird. Zu Gast ist dann die Wanderausstellung "Gefährdete Schönheit - Dorfkirchen in Brandenburg". Damit sich das Schicksal dieser Sakralbauten aus dem 13. Jahrhundert im Südwesten nicht wiederholt, hat der Verein Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg die Ausstellung organisiert. Denn den immer kleiner werdenden Gemeinden dort fehlt oft das Geld für die Instandhaltung der historischen Gebäude, die Kirchen verfallen und wertvolle architektonische Besonderheiten können nicht erhalten werden. "Viele Pfarrer im Westen haben mir schon versichert, dass es hier in 20 Jahren die gleichen Probleme geben wird", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans Krag.

Die Ausstellung soll zeigen, wie sich durch Engagement und neue Ansätze der Kirchenverfall stoppen lässt. "Man muss die Leute wieder dazu bekommen, sich um ihre Kirchen zu kümmern", so Krag. Deshalb müsse man bei immer weniger Kirchgängern und eingetragenen Christen über eine alternative Nutzung der Gebäude nachdenken, wie Theater und andere Kulturveranstaltungen - in Brandenburg funktioniert das Konzept. Über diese Problematik will er auch bei der Eröffnung der Ausstellung sprechen, die nach Esslingen und Tübingen die letzte Station im Land erreicht. "Mittlerweile bekommen wir sogar von hier Unterstützung", freut sich Krag. Seit 1990 setzt sich der Verein unter der Schirmherrschaft des Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse für die Erhaltung der Kulturschätze ein, seit sieben Jahren veranstaltet der Verein die Wanderausstellung. "Wir wollen auch die Schönheit der Kirchen im Osten zeigen und dazu einladen, vorbeizukommen", sagt Krag. bg

Eröffnung Die Ausstellung wird am Sonntag, 21. August, um 11 Uhr eröffnet und ist bis zum 16. September zu den Öffnungszeiten der Kirche zu sehen. Der Eintritt ist frei. Informationen unter www.leonhardskirche.de.

Stuttgarter Zeitung vom 19. August 2011

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