Glocke wird zum Ziel geführt

ZEREMONIELL: Sanierungsarbeiten an Lübnitzer Kirche finden feierlichen Abschluss

LÜBNITZ - Der in den zurückliegenden Jahren umfassend erfolgten Sanierung der Dorfkirche zu Lübnitz wird am Sonnabend förmlich die Krone aufgesetzt. Dann erhält das Gotteshaus seine Glocke zurück.

Sie war wie berichtet am 24. Juni unter großer Anteilnahme von Bürgern und Christen aus der Stadt Bad Belzig sowie aus umliegenden Orten und vor allem aus Lübnitz selbst auf dem Burghof der Feste Eisenhardt gegossen worden. Glockengießer Peter Glasbrenner hatte sie zwei Tage später sorgsam aus der Lehmform befreit und in seine Werkstatt in Nördlingen bei Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) transportiert. Dort wurde der bronzene Klangkörper inzwischen gereinigt, poliert, geschliffen und schließlich gestimmt. Ihre originale Vorgängerin war im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden.

Am Sonnabend kehrt die neue Nikolausglocke nun zunächst nach Bad Belzig zurück. Dort wird sie auf dem Marktplatz öffentlich zur Schau gestellt. Ab 11 Uhr erfolgt sodann mit einem Vierspänner per Pferd und Wagen die feierliche Überführung an ihren Bestimmungsort in Lübnitz. Dort findet sie ihren Platz im Glockenstuhl vor der Kirche, den Zimmermann Timo Brenner aus Bad Belzig gefertigt hat. Erstmals an ihrer neuen Wirkungsstätte erklingen wird die Nikolausglocke dann um 14 Uhr zum Festgottesdienst.

Er markiert zugleich den Abschluss der jahrelangen Sanierungsarbeiten für das Gotteshaus. Es ist am Beginn des 13. Jahrhunderts errichtetet worden und gilt als die älteste bisher bekannte Dorfkirche in Brandenburg. Sie war zuletzt dem Verfall preisgegeben, bis Christian Bonte-Friedheim, ein Enkel der letzten Eigentümerin des Gutes Lübnitz, Editha von Lochow, einen Freundeskreis ins Leben gerufen und die Finanzierung der Sanierungsarbeiten aus der Familie heraus abgesichert hatte. Sie erfolgte seit 2007 Stück für Stück und förderte auch beachtliche Entdeckungen zutage. So konnte in der Patronatsloge eine bedeutende Wandmalerei freigelegt werden. Th.W.

Märkische Allgemeine vom 22. September 2011

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