Klangvoller Abschluss

KIRCHENSANIERUNG: Lübnitzer Glocke soll zum ersten Advent erstmals im Turm läuten

LÜBNITZ - Wenn alles wie geplant läuft, könnte am Sonntag zum ersten Advent in der sanierten Kirche zu Lübnitz erstmals die Nikolausglocke ertönen. Der in diesem Jahr neu gegossene Klangkörper ist gestern in den Glockenturm eingeholt worden.

Zimmerermeister Timo Brenner, sein Mitarbeiter Christian Mertens und Pfarrer Claas Henningsen hievten den Metallkörper mit Hilfe einer Elektrowinde vorsichtig in die Glockenstube in der zweiten Etage des Turms. Timo Brenner ist Mitglied im Handwerker-Netzwerk Öko-Kombinat in der Bergholzer Straße in Bad Belzig. Dort entstand der massive Glockenstuhl, der nach der feierlichen Überführung der neuen Glocke am 24. September von Bad Belzig nach Lübnitz zunächst auf dem Kirchhof stand.

"Nunmehr arbeitet der Bad Belziger Metallbauer Karl Kühn an der stählernen Befestigung des Glockenjochs", berichtete Pfarrer Claas Henningsen gestern. Auf jeden Fall werde die Nikolausglocke am 24. Dezember zum Heiligabend-Gottesdienst um 14.30 Uhr rufen. "Dank der großzügigen Unterstützung des Freundeskreises der Lübnitzer Nikolauskirche ist damit die Kirche in Gänze ein sehr einladender Ort geworden", sagte der Bad Belziger Geistliche.

Wie berichtet war das Gotteshaus dem Verfall preisgegeben. Noch im Jahr 2007 war es um die einschiffige Kirche sehr schlecht bestellt. Der Turm drohte einzustürzen. Ein Hilferuf an Christian Bonte-Friedheim, der seine Jugendzeit im Lübnitzer Herrenhaus bei der Familie von Lochow verbrachte, sollte zur Rettung führen. Der Freundeskreis der Lübnitzer Dorfkirche fand zusammen, führte Gespräche und Verhandlungen, sensibilisierte und ließ Taten folgen. Die Dorfkirche gilt mit ihren 800 Jahren als die älteste Brandenburgs. Die fünfjährige Sanierung, die rund 380 000 Euro gekostet hat, steht mit dem Klang der Glocke, die am 24. Juni auf der Bad Belziger Burg durch Wanderglockengießer Peter Glasbrenner gegossen worden war, vor ihrem klangvollen Abschluss.

"Nur eines muss vor dem Winter noch geklärt werden", sagt der Pfarrer: "Wer kann den Schnee vom Bürgersteig samt Bushaltestelle vor der Kirche räumen? Dann steht einem freudigen Weihnachten in Lübnitz nichts mehr im Weg", sagte Claas Henningsen gestern. MAZ

Interessenten für den Winterdienst melden sich im Gemeindebüro in Bad Belzig, (03 38 41) 3 18 96.

Märkische Allgemeine vom 24. November 2011

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