Sanierung der Peter-Paul-Kirche geht los

Restaurierung für halbe Million Euro steht nach jahrelanger Vorbereitung kurz bevor

SENFTENBERG Es ist endlich so weit die Sanierung der Peter-Paul-Kirche steht bevor. Es ist, als säße man nach langer Vorbereitung auf gepackten Koffern. Aktenberge, Zeichnungen, Protokolle, Gesprächsnotizen und Telefonnummern auf Klebezetteln häufen sich. Die Aufregung und Sorge um die große Extrabelastung der Mitarbeiter steigen. Nichts darf vergessen oder unbedacht bleiben.

 
Regelmäßig gibt es Bauberatungen, hier mit Pfarrer Manfred Schwarz, Architekt Klaas Fiedler und Arwed Reichel vom Bauausschuss.
Foto: gph1

Die vierzehntäglichen Bauberatungen von Pfarrer Manfred Schwarz mit dem Bauausschussvorsitzenden Arwed Reichel, Hausmeister Günther Andreas und dem Architekturbüro Berger & Fiedler aus Cottbus sind jedes Mal bis in die letzte Minute mit Absprachen um die Details zur Sanierung des Innenraumes und der Bleiglasfenster der unter Denkmalschutz stehenden Senftenberger Peter-Paul-Kirche ausgefüllt.

Jahrelange Vorbereitungen und die Suche nach einem geeigneten und mit der Sanierung sakraler Bauten erfahrenen Architekturbüro, Planung und Absprachen mit Denkmalschutzbehörden und nicht zuletzt die Suche nach Fördermittelgebern sind nun Vergangenheit. Bis Juni wird die Kirche beräumt sowie die Orgel abgebaut und gesichert. Die Bänke werden überbaut beziehungsweise ausgelagert, das äußere Fassadengerüst am Kirchturm und das innere Raumgerüst aufgestellt. Die Rohverlegung der Elektrokabel, erste Arbeiten der Tischler sowie die Herstellung einer farblichen Musterachse für den Innenputz folgen.

Noch viel zu klärenViele Fragen sind dennoch noch zu klären. Welche Umbaumaßnahmen braucht die Heizung? Gibt es eine sinnvolle Lösung für eine Verbesserung der Wärmeverhältnisse in den Bänken der Seitenschiffe? Wie sehen Farbe und Material für die Fußbodenplatten aus? Mit welchen Lichteffekten kommt das Gewölbe besser zur Geltung? Wie gestaltet sich der Umbau der Sakristei und der Orgelempore?

Die Diplomingenieure Peter Berger und Klaas Fiedler vom gleichnamigen Architekturbüro blicken seit 2004 auf ein breites Spektrum realisierter öffentlicher und privater Objekte zurück. Sie haben große Erfahrungen im Denkmalbereich vorzuweisen. Fachkompetente Planung und Bauüberwachung sowie Einhaltung der Termin- und Kostenrahmen und die Abstimmung mit Fachplanern, Behörden, Gutachtern und Ämtern stehen an erster Stelle. Durch ihre Beteiligung an den Baumaßnahmen im Kloster Stift Neuzelle, der Trinitatiskirche in Finsterwalde, der Forster Stadtkirche oder der Ober- und Klosterkirche Cottbus finden sie für alle Probleme akzeptable und individuelle Lösungen. Dabei werden auch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises, die im Konsistorium zuständige Gebietsreferentin und andere Fachleute zu Rate gezogen, wenn es zum Beispiel um Putzfarben oder die Lichtkonzeption geht.

Das alles wäre ohne finanzielle Unterstützung natürlich nicht möglich. Aus fünf Quellen fließen die notwendigen 510 000 Euro. Mit eigenen Mitteln aus Spenden, Sammlungen oder Erlösen von Konzerten hat die Kirchgemeinde eine große Summe gespart. Die Stadt Senftenberg beteiligt sich mit Mitteln aus der Städtebauförderung. Unter dieser Voraussetzung haben der Kirchenkreis, die eigene Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Badische Landeskirche die restlichen Mittel zugesagt. Ohne diese Hilfe hätte das gesamte Bauprojekt noch viele Jahre in den Schubladen gelegen. Wenn auch noch die letzten Unterschriften fehlen, ist doch der vorzeitige Baubeginn genehmigt.

Andacht am 31. MaiAm 31. Mai soll es um 18 Uhr eine kleine Andacht geben, die symbolisch den Baubeginn inmitten des eingerüsteten Kirchenschiffes zelebriert.

Nun wird der von vielen Gemeindegliedern, Senftenbergern und Gästen der Stadt gewünschte Innenausbau stattfinden und die durch das kaputte Dach vor vielen Jahren entstandenen Wasserschäden an dem wunderbaren Gewölbe behoben.

Nach dem Planvorhaben will sich die Kirche am 1. Advent im neuen Gewand präsentieren. Das setzt voraus, dass es keine Probleme gibt, die Verzögerungen nach sich ziehen.

Gabriele Philipp

Lausitzer Rundschau vom 17. März 2012

   Zur Artikelübersicht