Musik für Maria und Johannes

Wustrauer Sommermusik startet im Mai / Spenden fließen in Figuren-Restaurierung

WUSTRAU - Tief versunken in ihre Trauer stehen Maria und Johannes seit Jahrhunderten in Wustrau ursprünglich in der Kirche, später im Schloss und nun wieder in der Kirche. Die zwei reich geschmückten, lebensgroßen Figuren aus dem 15. Jahrhundert sind augenscheinlich noch gut in Schuss: Die Farben strahlen den Betrachter richtiggehend an, die Falten ihrer Kleidung liegen immer noch perfekt. Doch hier und da hat sich doch eine Schramme gebildet, ist die Oberfläche aufgeraut oder gar abgeplatzt.

Damit die wertvollen Holzskulpturen auch noch in der Zeit unserer Urenkel glanzvoll dastehen, sollen sie nun restauriert werden. Geld dafür sowie für die Sanierung der Kirchturmfenster sammelt die Wustrauer Kirchengemeinde unter anderem mit der vierten Auflage der Reihe "Wustrauer Sommermusik".

Die Reihe, die nun ihre vierte Auflage erlebt, fällt in diesem Jahr etwas kleiner aus als 2011. Fünf Konzerte, bei denen kein Eintritt verlangt wird, Spenden aber erwünscht sind, sind für die Zeit zwischen Mitte Mai und Ende Juni geplant. Im vergangenen Jahr waren es sieben. "Aber nur ausnahmsweise", sagt die Wustrauerin Elfi Minke, die zusammen mit Pfarrerin Ute Feuerstack und Ingelore Radke vom Café Constance das Programm vorbereitet hat. Denn die Organisatoren wollen den anderen großen Veranstaltern aus der Region nicht ins Gehege kommen und beschränken ihre Konzertzeit deshalb freiwillig. Auch wenn die Anfragen von Künstlern und die Besucherwerte 660 Gäste haben 2011 die Veranstaltungen gesehen auch für eine ziemlich lange Saison reichen würden.

Doch nicht Quantität macht die Qualität einer solchen Reihe aus. Es ist eher der Mix aus renommierten und einheimischen Musikern, der die Wustrauer Sommermusik für Besucher interessant macht. Und die kleinen i-Tüpfelchen.

In diesem Jahr ist es unwidersprochen der Besuch des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (die MAZ berichtete). Darin sind sich Elfi Minke, Ingelore Radke und Gerhard Bauske, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, einig, als sie den Veranstaltungsplan vorstellen.

Den letzten Nerv hatte aber ausgerechnet dieser Höhepunkt die Hauptplanerin gekostet. "Ich war schon vor Weihnachten mit dem Programm fertig", erzählt Elfi Minke und schmunzelt. "Ein bisschen Profihaftigkeit hat sich bei mir im Laufe der Jahre schon eingeschlichen." Dann kam die Von-Weizsäcker-Anfrage und alles musste umgekrempelt werden. Aufregung um Aufregung. Doch jetzt steht alles und Elfi Minke freut sich mit ihren Mitstreitern einfach nur auf die Sommerreihe und auf den Ex-Politiker.

Ein wenig denkt sie aber auch schon an die nächste Saison in der Kirche ist ja immer wieder was zu tun. Die ersten Fäden für die Sommermusiken 2013 hat Elfi Minke jedenfalls schon geknüpft. "Zwei Sachen stehen schon fest", sagt sie. Spätestens vor Weihnachten will sie das Programm fertig haben. (Von Celina Aniol)

Märkische Allgemeine vom 20. April 2012

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