Zitronengelb wird Sternenhimmel

Nach Pfingsten beginnt die Sanierung der Apsis in der Kirche von Nietwerder / Erster Abschnitt kostet etwa 12 000 Euro

NEURUPPIN - Das Zitronengelb leuchtet ganz schön grell. Jedenfalls dort, wo die Farbe noch zu sehen ist. Es muss Jahrzehnte her sein, dass die Apsis der Kirche von Nietwerder zuletzt gestrichen wurde. Das Gelb an der Decke hat längst große Löcher und Flecken bekommen. Vage ist zwischen den hellen Farbflecken das zu ahnen, was den Putz einst wirklich ausmachte: ein schönes Blau, ein Himmelsblau.

Genau das soll die Kirche jetzt wieder bekommen: einen blauen Himmel mit leuchtenden Sternen. Joachim Pritzkow zieht ein altes Foto aus einem Umschlag hervor. Die Abbildung ist ein wenig unscharf und vor allem schwarzweiß. Farben sind darauf nicht zu erkennen, wohl aber die aufgemalten Verzierungen rund um den Altar und ein Fries mit Sprüchen. Von all dem ist zurzeit nichts zu sehen. "Aber so soll es wieder werden", sagt Pritzkow.

Als Baufachmann hat er die Sanierung der Kirche Nietwerder ein wenig in seine Hände genommen. Seit vielen Jahren sammelt die Kirchengemeinde für das markante Gebäude. Das ganze Dorf hat sich an den Spendenaktionen beteiligt, dafür ist Karin Ehrendreich vom Gemeindekirchenrat dankbar. Allein hätte die Gemeinde das nie finanzieren können: "Wir haben in Nietwerder vielleicht 80 Christen. Die Hälfte weiß nicht mal, dass sie dazugehört." Da müssen alle mit anpacken.

Vor Jahren konnte die Gemeinde die Spitze des Turmes sanieren lassen. 2009 dann war die Glocke an der Reihe. Jetzt will sich der Gemeindekirchenrat das Innere des Denkmals vornehmen. Doch das wird teuer.

"Wir wollen deshalb in Etappen vorgehen", sagt Karin Ehrendreich. Die Apsis ist der erste Schritt. Eine Restauratorin hat den Putz und die alten Farbschichten längst untersucht. Abstimmungen mit der Denkmalbehörde gab es bereits, und die Arbeiten wurden auch schon öffentlich ausgeschrieben. Ergebnis: Die Sanierung wird nicht billig. "So um die 12 000 Euro", schätzt Joachim Pritzkow. Nach Pfingsten soll es losgehen, dann wird rund um den Altar ein Baugerüst aufgestellt. Ein, zwei Monate werden die Fachleute wohl brauchen, dann soll die Kirche zumindest an dieser Stelle wieder in altem Blau erstrahlen.

Noch überlegen die Nietwerderaner, wie sie das nötige Geld auftreiben können. Schließlich soll nach der Apsis irgendwann auch der Rest des Kirchenraums saniert werden. Im Gespräch ist gerade eine Sternenpatenschaft: Wer mag, könnte gezielt Geld für einen Stern am neuen Himmel geben. Die Details müssen allerdings noch geklärt werden.

Wer sich für eine Sternenpatenschaft interessiert, kann sich unter 033925/7 02 54 im Pfarramt Wustrau melden. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 10. Mai 2012

   Zur Artikelübersicht