Orgeln sind bald wieder fit

Mehrere havelländische Kirchengemeinden freuen sich über eine Finanzspritze

BERGE/LIETZOW - Zwei Töne sind defekt und einer der beiden Zimbelsterne dreht sich nicht mehr an der Orgel in der Dorfkirche "Peter und Paul" in Berge. "Gerade diese Sterne sind etwas Seltenes", sagt die Vorsitzende des Gemeindekrichenrates Christa Ebertus und erklärt. "Sie gehören zu dem mechanischen Spielwerk an der Orgel. Der Stern rotiert, während gleichzeitig ein Klingeln ertönt." Umso glücklicher war sie, als die Kirchengemeinde vor wenigen Tagen in Potsdam Geld von der sparkasseneigenen Lotteriegesellschaft erhielt. Insgesamt schüttete die MBS 156 000 Euro für die Sanierung von Dorfkirchen in Brandenburg aus. Im Landkreis Havelland profitieren sechs Kirchen.

In Berge sind die rund 1500 Euro schon fest verplant, teilweise sogar schon ausgegeben. Denn: "Wir mussten den Teppich im Altarraum erneuern, weil der alte nach mehr als zehn Jahren verschlissen war und der neue gleichzeitig auch ein kleiner Wärmeschutz auf dem Steinfußboden ist", sagt Superintendent Thomas Tutzschke. Den knapp 500 Euro teuren neuen Teppich hat der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Dorfkirche, Axel Ebertus, bereits verlegt. An der Orgel beginnen die Arbeiten in den nächsten Wochen.

Die weitaus größere Baustelle aber wird die Schwammbeseitigung im Turm der Berger Kirche. Die allerdings muss die Kirchengemeinde selbst oder mit Hilfe von Zuschüssen finanzieren. Noch gibt es keinen konkreten Termin, weil das Sanierungskonzept erst erarbeitet werden muss, sagt Thomas Tutzschke. Schon jetzt sei aber klar, es wird aufwändig und teuer. Der Turm verfügt über ein doppeltes Fachwerk und die Feuchtigkeit komme von innen.

Über rund 700 Euro von der MBS kann sich die Kirchengemeinde Lietzow freuen. Auch hier wird das Geld für Reparaturen an der Orgel verwendet. "Die beantragten 4500 Euro für die Trockenlegung des Ostgiebels haben wir leider nicht bekommen", sagt Superintendent Tutzschke. "Also haben wir ein Darlehen beim Kirchenkreis Nauen-Rathenow aufgenommen, um die Schäden sofort zu beseitigen." Das Gerüst steht schon, die Arbeiten werden jetzt beginnen.

Die Besucher der Lietzower Kirche können zudem bald bequemer und wärmer sitzen. Mehr als 3000 Euro erhält die Kirchengemeinde aus Spenden von Freunden, Bekannten und Gästen der Trauerfeier für den jüngst verstorbenen Landwirt Frank Wensche. "Von dem Geld können wir Stuhlkissen anschaffen", freut sich Thomas Tutzschke. (Von Jens Wegener)

Märkische Allgemeine vom 15. Mai 2012

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