Rettung vor dem Verfall

Freundeskreis Garreyer Kirche plant derzeit die Sanierung des Gotteshauses

GARREY - Wenn nicht bald gehandelt wird, droht der Verfall des Gotteshauses im Ort. "Ein Dorf ohne Kirche kann ich mir aber nicht vorstellen", sagt Wolfgang Lubitzsch. Deshalb hat sich der Ingenieur unterstützt vom Gemeindekirchenrat an die Spitze des Freundeskreises der Garreyer Kirche gestellt.

Deren Sanierung ist Teil des Programms "Unser Dorf hat Zukunft". Die Bürger seien nach dem Erreichen des dritten Platzes beim Kreisausscheid des gleichnamigen Wettbewerbs 2011 motivierter denn je, sagt Lubitzsch.

Die Initiatoren rennen bei Pfarrer Werner Matthes offene Türen ein. Seit sechs Jahren gebe es Bemühungen, um Unterstützung beim kirchlichen Bauamt einzuwerben. "Erste Notreparaturen wurden für die Apsis genehmigt, als dort Mauersteine herausgefallen waren", berichtet der Geistliche. Seit zwei Jahren würden die Verhandlungen mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz intensiver geführt.

"Der Architekt ist mit einem Sanierungsgutachten beauftragt. Die Restauratoren waren zur Bestandsaufnahme schon vor Ort. Die Finanzierung der vorbereitenden Untersuchungen übernehmen die Untere Denkmalschutzbehörde und die Evangelische Kirche", erklärt Matthes weiter. Aber längst sei klar, dass umfassend am denkmalgeschützten Backsteingebäude Hand angelegt werden muss. "Der Westgiebel droht auseinanderzudriften und das Ständerwerk aus Holz weist Schäden auf. Schäden gibt es ferner in den Fundamenten, im Giebelmauerwerk und an der Orgel", listet Matthes auf.

Indes gibt sich Wolfgang Lubitzsch optimistisch, dass das ehrgeizige Vorhaben voraussichtlich 2013 begonnen werden kann. Bis dahin sollen in Zusammenarbeit mit den Garreyer Bürgern der Gesamtumfang festgelegt und der zeitliche Rahmen der Umsetzung abgesteckt sein. Zur Finanzierung der Bauarbeiten werde aus gegenwärtiger Sicht auf eine Förderung aus dem Programm Integrierte ländliche Entwicklung (Ile) gerechnet. "Obwohl dessen Ende absehbar ist, hoffen wir, noch Geld akquirieren zu können", sagte der Projektleiter. Des Weiteren werde erwogen, sich um Zuwendungen nach dem Staatskirchenvertrag und aus Stiftungen sowie um Spenden zu bemühen. (Von Gunnar Neubert)

Aus der Historie

Die Kirche zu Garrey ist im 14. Jahrhundert erbaut worden. Um 1600 wurde die hölzerne Kanzel mit den vier abgebildeten Evangelisten errichtet. Im Jahr 1681 wird die Glocke von Georg Billich aus Wittenberg aufgehängt. Der Innenraum erhielt 1700 einen Pfarrstuhl mit Gestühl. Etwa zeitgleich wurde der Altaraufsatz mit Kruzifix ergänzt. Das Gotteshaus erhielt 1793 einen Dachturm. Der letzte Innenanstrich wurde 1900 vorgenommen.

Märkische Allgemeine vom 19. Mai 2012

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