Rundtour zur Bestandsaufnahme

Große Resonanz bei Kirchbaufahrt im Nordbereich des Kirchenkreises Havelberg-Pritzwalk

BRÜGGE/RAPSHAGEN - Sechs Stationen gehörten am Sonnabend Nachmittag zur Kirchbaufahrt, die die Mitglieder des Bauarbeitskreises vom Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk organisierten. Jeweils im Frühjahr und Herbst werden abwechselnd im Nord- oder Südbereich Kirchengebäude besucht.

"Mit diesem großen Zuspruch hatten wir nicht gerechnet", entschuldigte sich Kurt Zander vom Bauarbeitskreis, denn nicht alle Interessenten fanden am Ausgangsort Pritzwalk eine Mitfahrgelegenheit; 28 Frauen und Männer schlossen sich letztlich der Tour an. Die Kirchen in Stepenitz, Silmersdorf und Buckow standen ebenso wie Brügge, Rapshagen und Falkenhagen auf dem Programm.

Vor gut zwei Monaten gründete sich ein Förderverein zum Erhalt der Kirche in Brügge (Amt Meyenburg), wie Vereinsvorsitzender Georg Zander vor Ort erzählte. "Die Aktivitäten zur Sanierung sollen damit gebündelt werden", umriss er das erklärte Ziel.

Es gibt bereits erste Kontakte zum Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Dessen Vorstandmitglied Wolf-Dietrich Meyer-Rath weilte ebenso unter den Gästen: "Unser Fokus liegt in der Unterstützung von Fördervereinen und jeweils fünf Vereine, die jünger als zwei Jahre sind, können jährlich 2500 Euro erhalten." Auch der Brügger Förderverein zählt aktuell zu den Bewerbern, fügte Meyer-Rath hinzu.

Die Fachwerkkirche in Rapshagen (Amt Meyenburg) aus dem Jahre 1820 verfügt zwar über keinen Turm, eine Glocke gibt es dennoch. Zum Beweis setzte Kurt Zander diese kurzzeitig in Gang. Der Kanzelaltar und das Kastengestühl stammen ebenfalls aus dem Jahre 1820. Bauschäden sind besonders im Südbereich sichtbar. Gudrun Mücke aus Rapshagen ist als Mitglied im Gemeindekirchenrat Falkenhagen aktiv und "sorgt sich um den Erhalt der Dorfkirche", lobte Zander. Gottesdienste werden in Rapshagen seit Jahren nur noch einmal jährlich gefeiert.

"An manchen Kirchen scheiden sich die Geister, wie es damit weiter gehen soll", meinte Christian Berndt aus Pritzwalk etwa nach dem Besuch in Buckow. Dort herrscht "Traurigkeit in der Gemeinde, weil kaum Hoffnung vorhanden ist", ergänzte Kurt Zander. Und ermutigte die Buckower dennoch: "Es ist möglich, mit wenig Mitteln einzelne Aktivitäten loszutreten." (Von Christamaria Ruch)

Märkische Allgemeine vom 21. Mai 2012

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