Nimmer müde für die kleine Kirche

Musikschule des OSL-Kreises singt und musiziert am 2. Juni wieder in Ogrosen

OGROSEN "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Georg Neumark in Vertonungen aus mehreren Jahrhunderten soll den Ogrosenern Mut machen, nicht nachzulassen, bis die alte Dorfkirche (Dorfkirche des Monats Februar 2007) saniert ist. Die Kreismusikschule und der ökumenische Kirchenchor Senftenberg wollen am 2. Juni dafür erneut ein Konzert geben.

  
Außen schon ein Schmuckstück innen ist noch einiges zu tun in der Ogrosener Kirche.
Fotos: H. Kuschy
Käthe Krüger (l.) und Christel Paulick aus Ogrosen geht immer wieder das Herz auf für "ihre" Jahrhunderte alte kleine Kirche.

Weit mehr als 300 000 Euro sind bisher für die Sanierung der Ogrosener Dorfkirche gespendet worden. Große und kleine Summen, die es erlaubt haben, bereits zwei komplette Bauabschnitte abzuschließen. Im Juni soll es an den dritten Abschnitt gehen. "Die Kosten dafür liegen bei 60 000 Euro", sagt Bauleiter Ronny Behrendt.

Die denkmalrechtliche Erlaubnis dafür liege vor, erzählt Christel Paulick von der Kirchengemeinde. Das Holz der Emporen und die Treppen dort hinauf sind aufzuarbeiten. Ein Teil des Gestühls ist bereits fertig, der andere Teil kommt im dritten Bauabschnitt an die Reihe. Eine Restauratorin hat sich bereits die Farben der Emporen angesehen. Das Ergebnis: Es hat nie andere Farben gegeben als die jetzt sichtbaren blauen und grauen. Und so werden Maler Angebote unterbreiten und Probeflächen anlegen. Auch die Wände und Türen werden gestrichen.

Was nach diesem Abschnitt bleibt, ist die Restaurierung der Orgel, die nach aktuellen Schätzungen 54 000 Euro kosten wird, und der Epitaphien. "Dann haben wir es geschafft", erklärt Christel Paulick. Ihre Zuversicht, dass auch das noch geschafft wird, schöpft sie aus dem Engagement vieler Ogrosener und zahlreicher Spender. Verwandten einer großzügigen Berlinerin, die ihrer schweren Krankheit erlag, erfüllen das Vermächtnis der Frau und haben bereits mehrere Tausend Euro für die Kirche überwiesen. Auf das Ogrosener Gotteshaus war die Berlinerin durch das Buch "Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter" von Kara Huber, Frau des ehemaligen Landesbischofs, gestoßen. Ein Münchener Anwaltsbüro erkundigt sich regelmäßig nach dem Fortgang der Arbeiten und spendet. Hubert Lange aus dem schweizerischen St. Moritz denkt oft an Ogrosen und die Kirche. Als der Schweizer vor Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Spendenaktion der Ogrosener gelesen hatte, zögerte er nicht lange und unterstützt seither regelmäßig mit Spenden die Sanierung. Ein Chefarzt einer Dresdener Spezialklinik wird nächstes Jahr honorarfrei Vorträge halten. Mezzosopranistin Carola Fischer und ihre Kollegen vom Staatstheater Cottbus und die TheaterNative C lieben inzwischen diese kleine Kirche. Carola Fischer wird schon am 8. Juli mit einem Operettenabend wieder in Ogrosen sein. Bereits am 2. Juni werden fast 70 Mitwirkende des Kammerchors und des Kammerorchesters der Kreismusikschule gemeinsam mit dem ökumenischen Kirchenchor Senftenberg das nächste Benefizkonzert geben. "So lange, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, kommen wir immer wieder gern nach Ogrosen", sagt Uli Stein, Leiter der Kreismusikschule. "Und die Ogrosener werden nicht müde, Kuchen zu backen und Stullen zu schmieren für Besucher von Veranstaltungen", sagt Käthe Krüger gerührt. So werden Ogrosener Frauen erneut für ein gemütliches Beisammensein schon vor dem Konzert ab 15.30 Uhr im Pfarrgarten sorgen. Konzertbeginn ist um 17 Uhr.

Wer ebenfalls für die Kirchensanierung spenden möchte, kann dies über diese Bankverbindung: Evangelischer Kirchenkreisverband NL, Kontonummer 1544444014, Bankleitzahl 35060190 bei der KD Bank Duisburg. Verwendungszweck: RT 1013 - Sanierung Kirche Ogrosen

Hannelore Kuschy

Lausitzer Rundschau vom 24. Mai 2012

   Zur Artikelübersicht