Peter-Paul-Kirche ist nun eine Baustelle

Umfangreiche Sanierungen für 522 000 Euro beginnen / Heute Andacht für den symbolischen Baubeginn

SENFTENBERG Die Orgel ist verschwunden, der Teppiche aufgerollt. Bald ist die Peter-Paul-Kirche in Senftenberg eine Baustelle.

 
Architekt Klaas Fiedler (2.v.l.) erklärt anhand von Plänen die Umbauarbeiten.
Foto: Gabriele Philipp/gph1

Dann beginnt die umfangreichste Sanierung der denkmalgeschützten Kirche seit Ende der 50er Jahre. Im Zweiten Weltkrieg, im April 1945, brannten das Kirchenschiff und der Turm vollständig aus. Bis 1958 wurde sie wieder aufgebaut.

Schon lange wird an den Sanierungsplänen gearbeitet. Es wurde beraten, Absprachen im Gemeindekirchenrat getroffen, Kosten geschätzt. Der Architekt Klaas Fiedler arbeitete an den Plänen, fachliche Gremien und Handwerker wurden eingebunden. Und der Finanzgeber musste die Verträge unterschreiben.

Aus fünf Quellen fließen die notwendigen 522 000 Euro. Mit Spenden, Sammlungen in den Gottesdiensten oder Erlösen von Konzerten hat die Kirchgemeinde eine große Summe gespart. Noch fehlen 14 000 Euro. Die will die Gemeinde noch in diesem Jahr durch Spenden zusammen bekommen. Die Stadt Senftenberg beteiligt sich aus Mitteln der Städtebauförderung. Unter dieser Voraussetzung haben der Kirchenkreis, die eigene Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz und die Badische Landeskirche die restliche Summe zugelegt. Ohne die Hilfe hätte das Bauprojekt vermutlich noch viele Jahre in den Schubladen gelegen.

Wie soll die Heizung installiert werden? In welcher Farbe werden Wände und Säulen gestrichen? Viele Fragen wurden besprochen. Mit Ratschlägen und kritischen Anmerkungen sind die Denkmalpfleger und das kirchliche Bauamt dabei. Ohne deren Zustimmung ist keine Restaurierung möglich. Viele Senftenberger warten gespannt auf die Renovierung.

Die ausführenden Firmen sind mittlerweile ausgewählt. Die Absprachen getroffen. Eine Baufirma wird den Turm reparieren, eine Tischlerei einen Schutz um die Altäre bauen und die Bänke demontieren. Eine Glaswerkstatt baut die Bleiglasfenster aus und arbeitet diese auf. Gearbeitet wird auch an der zu verbessernden Elektroakustik, damit das Anliegen der Gemeinde Wirklichkeit wird, Barrierefreiheit in allen Bereichen zu schaffen.

In dieser Woche werden die Bänke für die Baufreiheit die Baustelle verlassen, das Fassadenaußengerüst am Turm für zwei Etagen aufgebaut und Beleuchtungsproben mit einem neuen Lichtkonzept gemacht. So verändert jeder Tag in den nächsten Wochen die Kirche.

Bei einer kleinen Andacht heute um 18 Uhr soll die Innensanierung der Peter-Paul-Kirche symbolisch "eingeläutet" werden. Dazu sind interessierte Senftenberger herzlich eingeladen.

Gabriele Philipp/gph1

Lausitzer Rundschau vom 31. Mai 2012

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